Ernst Ludwig Kirchner (deutsch, 6. Mai 1880 – 15. Juni 1938), geboren in Aschaffenburg, Deutschland, war ein Expressionistischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Obwohl er sein Architektur-Studium, u.a. an der Technischen Hochschule Dresden, abschloss, widmete er sich vor allem der Kunst. Er war einer der Gründungsmitglieder der Künstlergruppe Die Brücke, eine Künstlergruppe, die eine große Rolle in der Entwicklung des Expressionismus spielte. Kirchner gründete Die Brücke mit
Fritz Bleyl, und
Karl Schmidt-Rottluff. Die Brücke existierte etwa acht Jahre, bevor sie 1913, aufgrund eines Streits mit den anderen Mitgliedern über die von Kirchner verfasste Chronik über die Künstlergruppe, aufgelöst wurde.
Ein Jahr später meldete sich der Künstler als Freiwilliger im Artillerieregiment im Ersten Weltkrieg. 1915 wurde er aufgrund eines nervlichen Zusammenbruchs wieder aus dem Dienst entlassen. Während seiner Genesung, malte Kirchner das
Selbstbildnis als Soldat, welches ihn mit einer fehlenden rechten Hand zeigt, obwohl er nie eine Amputation erleiden musste. 1918 zog Kirchner nach Davos, Schweiz, hier legte er den Fokus seiner Werke auf Berglandschaften. 1933 wurde Kirchners Kunst von den Nationalsozialisten als „entartet“ bezeichnet. Aus diesem Grund wurden mehr als 600 seiner Werke aus öffentlichen Museen konfisziert und entweder zerstört oder verkauft. Aufgrund der tiefen Enttäuschung über diese Zerstörung und der Nazi-Besetzung in der Nähe seines Wohnortes, begann er 1938 in Frauenkirch, Schweiz mit einem Herzschuss Selbstmord.
Obwohl einige Werke des Künstlers zerstört wurden, begann man in den Vereinigten Staaten bereits 1921 und auch noch in den folgenden Jahrzehnten Kirchners Werke zu sammeln. Amerikanische Museen und Galerien, wie das Museum of Modern Art in New York, das Art Institute of Chicago, das Dallas Museum of Art in Dallas, das Guggenheim Museum in New York, das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery of Art in Washington D.C., das Norton Simon Museum in Pasadena und das Museum of Fine Arts in Boston zeigen seine Werke. Außerdem beherbergt das Kirchner Museum in Davos, Schweiz eine der umfangreichsten Sammlungen des Künstlers. Weitere Werke sind in den National Galleries of Scotland in Edinburgh zu sehen und den größten Bestand in Deutschland besitzt das Städel Museum in Frankfurt.
Bekannte Kunstwerke Kirchners sind u.a. der Zyklus der Straßenszenen in Berlin und Nackte Frau am Fenster. Über den bekannten Expressionisten wurden bereits viele Bücher verfasst, darunter
Ernst Ludwig Kirchner 1880-1938. Am Abgrund der Zeit von Norbert Wolf und Lothar Grisebachs
Ernst Ludwig Kirchners Davoser Tagebuch.