Kicken Berlin zeigt mit der Ausstellung „Portrait Positions: Peter Hujar, Lisette Model, Christer Strömholm, Ed van der Elsken“ etwa 40 Schlüsselwerke von vier Fotografen des 20. Jahrhunderts. Sie stammen aus verschiedenen Ländern und arbeiteten in unterschiedlichen Stilen. Was sie vereint, ist die Schwarzweiß-Porträt-Fotografie, das Bild des Menschen in seiner existentiellen Dimension. Alle vier wählen die Außenseiter unserer Gesellschaft.
Beim Betreten der Ausstellung fällt der Blick auf Christer Strömholms Serie über Transvestiten, die mit zwei Dutzend Fotos die Hälfte der Ausstellung ausmacht. Die persönliche Nähe und Freundschaft, die der schwedische Fotograf in seinen zehn Jahren in Paris zu ihnen aufbauen konnte, erlauben einen unbefangenen, intimen Blick auf den Mann hinter der Schminke, auf den Menschen hinter der aufgesetzten Maske - Jahrzehnte vor Nan Goldin. Die 1938 nach Amerika emigrierte Österreicherin Lisette Model begegnet ihren Sujets trotz aller Sympathie mit einem ironischen Unterton. Ihre Werke zeigen korpulente Damen beim Baden auf Coney Island, Zeitungsverkäufer und blinde Bettler.
Peter Hujar porträtierte seine Freunde, Prominente oder unbekannte Gänse und Rinder mit der gleichen Intensität. Hier spielt er mit der Gegenüberstellung des einsamen Niemand mit Prominenz vom Schlage Andy Warhols. Ed van Elsken, berühmt geworden durch seine Fotos aus dem Paris der 1950er Jahre, die für uns Spätgeborene den Existentialismus bebildern, steuert zur Schau unter anderem ein paar Beispiele seines Fotoromans von 1956 „Liebe in Saint Germain des Prés“ bei. Insgesamt geben die mit viel Witz zusammengestellten Werke einen nie voyeuristischen Blick auf mitunter skurrile Randexistenzen.
Galerie Kicken Berlin, Linienstr. 155, 10115 Berlin.
Bis 22. April 2006
















