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modern07 München

Freier Blick

Bettina Krogemann

22. Oktober 2007 

modern07, Residenz München. Vom 19. bis 23. Oktober 2007, tägl. 11 bis 19 Uhr

In den termingefüllten Münchner Herbstwochen eröffnete die auf zeitgenössische Kunst konzentrierte Messe „modern07“ mit der Vernissage am 19. Oktober zum dritten Mal. Im Jahr 2005 hatte die promovierte Kunsthistorikerin und Kuratorin Isabella Goebel die kleine Messe, die dieses Jahr 12 Galerien aufnahm, aus der Taufe gehoben. Das Konzept bewährte sich für den Standort München gut und hat Zukunft: Die kommende Ausgabe in 2008 ist bereits in Planung. Anders als traditionelle Messeschauen gibt es auf der „modern“, die in der Residenz der Wittelsbacher im Stadtzentrum stattfindet, keine getrennten, jeweils einem Galeristen zugeordnete Stände. Der gesamte Raum wird durch wenige Stellwände gegliedert und die Hängung der Kunstwerke nach ästhetischen und künstlerischen Gesichtspunkten vorgenommen. Dieses offene System mitsamt den frischen künstlerischen Positionen zieht vor allem junges Publikum an, obwohl das Angebot nicht unbedingt in die Portokassenregion gehört.

Neben dem Programm der Galerien kuratierte Stephanie Rosenthal (bekannt durch ihre für das Haus der Kunst betreuten Ausstellungen wie „Paul McCarthy. LaLa Land Parodie Paradies“ und „Allan Kaprow. Kunst als Leben“) das Projekt „Königskinder“ mit sechs jungen Künstlern, die der Stadt München besonders verpflichtet sind. Von diesen jeweils sehr raumbezogenen Arbeiten knirscht schon am Eingang Daniel Wenks positionierte Cut Area – ein 3,5 mal fast 8 Meter messender Teppich aus übereinander montierten Tesafilmstreifen – unter so manchem festen Schuhwerk oder High Heel des Ausstellungspublikums. Heike Bollig installierte durch die die gesamte Raumflucht durchlaufend ihr Pretty Money in Form von Münzen an unterschiedlich langen Schnüren, die von den Decken hängen. So schwebt das pekuniäre Damoklesschwert über allem, was an Kunst auf der Schau geboten ist.

Von den zwölf Messeausstellern stammen drei – Barbara Gross als Neuzugang, Karl Pfefferle und SixFriedrichLisaUngar – aus München. Beck & Eggeling sowie Voss kommen aus Düsseldorf, die maerzgalerie aus Leipzig, Caprice Horn aus Berlin und Supper aus Karlsruhe. Aus London nimmt nun schon zum dritten Mal Niklas von Bartha teil, aus Kopenhagen Faurschou, aus Wien Ernst Hilger und aus Basel Leonhard Ruethmueller.

Am ersten Tag wurde vor allem bei Voss gut verkauft. Dort bestand rege Nachfrage nach den großformatigen Porträts von Harding Meyer und den figurenreich inszenierten fotografischen Arbeiten von Claudia Rogge (9.000 Euro). Drei der unbetitelten Meyer-Ölgemälde gingen in Sammlerhände, die großformatigen, 195 x 250 cm messenden für je 11.000 Euro, eine kleinere für 2.900 Euro. Seine Kollegen Beck & Eggeling waren mit bronzenen Bildhauerarbeiten von Magdalena Abakanowicz und Manolo Valdés (Preise bis zu 150.000 Euro) angereist, ferner mit  Gemälden und Arbeiten auf Papier von Heribert C. Ottersbach und Fotografien von Thomas Wrede.

Als Eyecatcher bei Caprice Horn präsentiert sich der grellfarbene Batmann classic aus der Serie „Toys“ mit Spielzeugfiguren des Künstlerduos Daniel & Geo Fuchs, der mit 12.000 Euro ausgezeichnet ist (4er Auflage). Minimalistische und konzeptionelle Positionen vertritt die Galerie Niklas von Bartha mit den Künstlern  Jill Baroff, Frank Gerritz, Clay Ketter und Julia Mangold sowie die Galerie Barbara Gross aus München. Gross bietet zwei Gemälde des 2005 verstorbenen Schweizer Konzeptkünstlers Rémy Zaugg, eines davon mit dem Titel Ich/das Bild/ ich sehe für 18.000 Euro, dazu mehrere mit Acrylfarbe besprayte Skulpturen aus Styropor mit Acrylgips und Leinwandarbeiten von Katharina Grosse (ab 7.000 bis 15.500 Euro).

Verschiedene Medien haben auch SixFriedrichLisaUngar im Angebot. Am Boden, vor schimmernden abstrakten Kunstharzarbeiten von Peter Zimmermann, liegen die poppigen Trashstones aus der gleichnamigen Serie, die Wilhelm Mundt 1989 mit dem Stein 001 begann. Ausgangspunkt und Material für diese Arbeiten sind Müll und Atelierabfälle, die der Künstler mit aufwendigen und komplexen Verfahren in steinartige Skulpturen umwandelt (Preise 7.000 bis 12.000 Euro). Von Stephan Huber bietet die Galerie die vierteilige Arbeit shining von 2007 aus vier Leuchtkästen mit den typischen Motiven, die in winterliche Schneelandschaften gebettet sind (zusammen 16.000 Euro). Wem Sonnenschein lieber ist, der sollte die Arbeiten des Italieners Massimo Vitali bei Ernst Hilger aufsuchen, denn in seinen Fotografien spielt vor allem eines eine Rolle: mediterranes, warmes, gleißendes Licht (Preise von 5.350 bis 23.800 Euro).


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