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Die DZ Bank überlässt dem Städel hälftig Teile ihrer Sammlung

Schenken war einmal

Stefan Kobel

13. März 2008 

Haben Sie schon einmal ein Geschenk erhalten, das seither zur Hälfte dem charmanten Verehrer gehört? Ein Präsent, das sie deshalb nur gemeinsam veräußern könnten? Dass die Idee nicht so weit hergeholt ist, wie sie scheint, haben gerade die DZ Bank und das Städel Museum in Frankfurt bewiesen. Letzteres erhält rund 200 hochkarätige Werke von der Bank, was schon seit längerem bekannt ist. Heute nun wurden die Details der Transaktion mitgeteilt.

Das Eigentum an den vom Städel Museum ausgewählten Werken wird von der DZ Bank auf eine von DZ Bank und Städel paritätisch gehaltene GmbH übertragen, deren alleiniger Zweck die dauerhafte Überlassung der Werke an das Museum ist. Das Museum wird also nicht Eigentümer der Werke, es handelt sich nicht um eine Schenkung an das Städel, sondern um ein Joint Venture der Bank und des Museums. Eine ordentliche Kündigung durch die GmbH ist zwar rechtlich ausgeschlossen. Eventuelle außerordentliche Kündigungen aber lassen sich nicht in dieser Weise verhindern. Die Werke werden daher zugunsten des Museums mit einer Ankaufsoption versehen. Das Städel kann im Scheidungsfall die Kunst zum Buchwert (dem historischen Ankaufswert) erwerben, was auch für diesen Fall den Weiterbestand der Werke in der Städelschen Sammlung sichern soll.

Anlass der Übertragung ist das 125-jährige Bestehen des Spitzeninstituts der deutschen Genossenschaftsbanken. Die Bank wird mit ihren Kunstwerken nach Fertigstellung des geplanten Städel-Erweiterungsbaus den neuen Sammlungsschwerpunkt „Fotografie” im Städel begründen. Die DZ-Sammlung zeitgenössischer Fotografie gehört zu den größten ihrer Art. Insgesamt werden über 200 Werke bzw. Werkkomplexe von 76 Künstlern an das Städel übergeben. Zu den vertretenen Künstlern gehören Olafur Eliasson, Gilbert & George, Nan Goldin, Andreas Gursky, Robert Mapplethorpe, Sigmar Polke, Richard Prince, Robert Rauschenberg, Thomas Ruff, Cindy Sherman, Katharina Sieverding, Thomas Struth und Hiroshi Sugimoto.

Einzelne Galerieräume des Erweiterungsbaus sollen übrigens „in Anerkennung dieser bedeutenden Übergabe” als „DZ Bank-Galerie” firmieren. Zum 125-jährigen Bestehen der DZ Bank zeigt das Städel schon in diesem Jahr einen Querschnitt durch die Sammlung. Die Ausstellung wird vom 18. Juni bis 21. September 2008 zu sehen sein.


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