22. November 2005
In Südafrika, der multikulturellen Nation mit der modernsten demokratischen Verfassung der Welt, wirkt auch in der Post-Apartheid-Gesellschaft das koloniale Erbe fort. Das Land, das auf dem afrikanischen Kontinent für Fortschritt und Wohlstand steht, ist gleichzeitig von Massenarmut und Elendsquartieren geprägt. Der 1960 in Durban geborene und in Cape Town lebende Foto- und Videokünstler Zwelethu Mthethwa befasst sich in seinen Arbeiten seit längerem schon mit Fragen der Ortsbestimmung und Identität in dem von heftigen Divergenzen geprägten Sozialgefüge seines Heimatlandes. Bekannt wurde er mit Fotoserien, die – zwischen Porträt, Dokumentation und (Selbst-)Inszenierung changierend – ein Bild der komplexen Situation im modernen Südafrika entwerfen. Für seine Fotoserie „Ticket to the other side“ von 2003, jetzt zu sehen in der Hamburger Galerie Hengevoss-Dürkopp, hat Mthethwa mit dem ebenfalls südafrikanischen Performance-Künstler Beezy Bailey kooperiert.