Yang Fudong
Close to the Sea
2004
Commissioned by Liverpool Biennial International 04, Courtesy of Yang Fudong, FACT

Yang Fudong im Stedelijk Museum, Amsterdam

Tristesse Chinoise

Anneke Bokern
18. Januar 2006
„Ich konnte die Generation nicht auswählen, in die ich hineingeboren wurde, und trotzdem muss ich lernen, mich in diese Zeit einzugewöhnen“ – besser hätte der 1971 geborene chinesische Künstler Yang Fudong die Grundstimmung seiner Werke kaum auf den Punkt bringen können. In seinen Videos und Fotografien, die das Amsterdamer Stedelijk Museum unter der Überschrift „Yang Fudong - Recent Films and Videos“ zeigt, irren junge chinesische Städter durch eine neue Welt des Konsums und der Produktion, in der sie zwar wirtschaftlich erfolgreich, aber emotional völlig von ihrer Umgebung entfremdet sind. Fudongs Figuren sind – ebenso wie der Künstler selbst – alle alt genug, um das frühere China noch kennengelernt zu haben, und jung genug, um sich an das neue, zwischen Kommunismus und Turbokapitalismus lavierende Land anpassen zu müssen. Sie leiden an Wachstumsschmerzen, Ennui und Melancholie. Sie sind die Lost Generation des aus dem Kommunismus erwachten China.
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