Grigory M. Schegal
Führer, Lehrer, Freund, 1937
Öl auf Leinwand
340 x 260 cm
Courtesy of Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg

The Fate of Irony (4): Ironie als Therapie von der Ideologie

Staatskunst in Anführungszeichen (Teil 1)

Astrid Mania
22. Mai 2010
Der Witz, befand Sigmund Freud, sei eine Art unbewusstes Überdruckventil. In ihm äußere sich, was die Gesellschaft verdrängt. Vielleicht gedeiht er deshalb in repressiven Systemen so gut. Die Sowjetunion jedenfalls brachte großartige Humoristen hervor. Zum Beispiel die Vertreter der Soz Art. Astrid Mania beschreibt eine Kunst, die vordergründig die Staatsästhetik wörtlich nahm und dabei ebenso wirksam wie ironisch umcodierte.
Zum gesamten Artikel

Das Erbe des Lachens (Teil 1) von Jörg Heiser & Sarah Khan
Ob es deutschen Humor gibt, ist unter Fachleuten umstritten. Martin Kippenberger aber half den Deutschen, ihren Sinn für Ironie zu radikalisieren.

Deadpan 2.0 (Teil 1) von Olav Westphalen
Es gibt nicht zu viel Ironie in der Kunst, sondern die Falsche. Die Kunst muss deshalb ein aufgeklärteres Verhältnis zu Witz und Komik entwickeln.

Die Jagd nach dem eigenen Schatten von Carsten Probst
Wer sich gegen Ironie verwahrt, weil sie tänzelt und gaukelt, vergisst, unser Leben im Medienzeitalter von Beginn an völlig ironisch ist.

Staatskunst in Anführungszeichen (Teil 2) von Astrid Mania
Der sozialistische Realismus war ideologisch eindimensional. Der Soz Art hingegen gelang seine Doppelcodierung und schaffte ironisch Distanz.

Drei Tage frei von Dominikus Müller & Astrid Mania
Es gibt Künstlergespräche, die Kunstwerke erklären. Vitaly Komar aber erklärt die Welt. Bei ihm ist das Leben spiritueller Marxismus und nackte Ironie.

Der Humor lernt Esperanto (Teil 1) von Gregory Williams
Kann ein regional verwurzelter Humor international bestehen? Die deutsche Kunst der 1980er- und 90er-Jahre zwischen Lokalironie und globalem Lachen.

Der Humor lernt Esperanto (Teil 2) von Gregory Williams

Kann ein regional verwurzelter Humor international bestehen? Die deutsche Kunst der 1980er- und 90er-Jahre zwischen Lokalironie und globalem Lachen.


Späte Hoffnung auf Gerechtigkeit von Astrid Mania
Der Markt als geschichtliche Berufungsinstanz: Haunch of Venison führt die inoffizielle Kunst der Ex-Sowjetunion auf den globalen Kunstmarkt zurück.


Weitere Artikel von Astrid Mania


Feedback abgebenFeedback abgeben
Artikel druckenArtikel drucken