10. September 2008
Nachdem erst im vergangenen Juni der Spatenstich auf der Schlossfreiheit stattgefunden hatte, nahm die Temporäre Kunsthalle Berlin (TKB) am vergangenen Sonntag schon den nächsten Schritt und wurde mit einer Außenpräsentation der Öffentlichkeit übergeben. Die von Fassadenmalern in Blau und Weiß auf die Außenhaut der TKB aufgetragene, gepixelte Darstellung einer Wolke ist die humorvolle Verneigung des Künstlers
Gerwald Rockenschaub vor den seinerzeitigen Mitbewerbern um den illustren Ausstellungsort auf dem Schlossplatz. Damals hatte ein Berliner Kunst- und Lifestyle-Magazin den extravaganten Entwurf einer wolkenförmigen Architektur in die Diskussion gebracht. Am Ende aber war der Vorschlag des Architektenteams „graft“ abgelehnt worden.
Das Wettrennen hatten die ursprünglichen Initiatorinnen Constanze Kleiner und Coco Kühn für sich entschieden, nicht zuletzt weil sie den Sammler Dieter Rosenkranz als Mäzen für ihre Initiative gewinnen konnten. In einer kurzen Ansprache am Sonntag weihte Rosenkranz die Arbeit der Kunsthalle auf dem Schlossplatz ein und widmete Berlins neuesten Kulturstandort der Untersuchung von Freiheitspotentialen in Kunst und Gesellschaft. Der Countdown läuft. Die Berliner Kunstöffentlichkeit ist voller Hoffnung. Nun muss sich zeigen, wie viel des institutionellen Vakuums dieser Stadt am Schlossplatz aufgewogen werden kann.
Die große Eröffnung der Temporären Kunsthalle Berlin wird am 29. Oktober 2008 mit der Ausstellung der in Berlin lebenden, südafrikanischen Künstlerin Candice Breitz stattfinden.
Verschatteter Wunderglaube
von Gerrit Gohlke
Katharina Grosses neue Berliner Ausstellung ist ein Beispiel für die Selbstüberschätzung eines Genres. In ihr scheitert die skulpturale Malerei.
Die Sukkulente auf Welttournee
von Gerrit Gohlke & Astrid Mania
Berlins Temporäre Kunsthalle ist ein Ort kuratorischer Schnellschüsse. Doch mit Simon Starling hat sie sich den falschen Künstler fürs Eiltempo ausgesucht.
Wallfahrt zur Monotonie
von Gerrit Gohlke
Alle Hoffnungen lagen auf Berlins neuer Kunsthalle. Gleich zur Eröffnung aber produziert das neue Flaggschiff der Berliner Ausstellungsszene nackte Monotonie.
Der Kubus wird rund
von Gerrit Gohlke
Zuletzt hatte die Berliner Kunsthallendiskussion etwas an Tempo verloren. Nun soll ein neuer Direktor Wunder wirken.
Neuer Sendeplatz für eine alte Debatte?
von Gerrit Gohlke
Die Berliner Kunsthallendebatte ist nicht neu. Kurz vor der Eröffnung der temporären Kunsthalle in Mitte beginnt eine Initiative die Diskussion bei Null.
Kunsthallenträume
von Dominikus Müller
Die Initiatorinnen der temporären Kunsthalle Berlin stellen acht künstlerische Entwürfe für die Bespielung der Außenhaut vor.
Lob der leeren Hülle
von Gerrit Gohlke
Berlin hat wieder einen Kunsthallenstandort mehr, aber noch immer kein Nutzungskonzept.
Ein Abend für zwei Dias
von Gerrit Gohlke
In der vergangenen Woche lud „White Cube Berlin“ zum ersten Blick ins Innere der geplanten Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz ein.