8. Dezember 2011
Nach der Messesaison ist vor der Messesaison und so hat man sich bei der
Art Cologne nun bereits zur Kundgebung sämtlicher Geheimnisse der kommenden Ausgabe entschlossen: Vom 18. bis 22. April geht man demnach in Köln mit 216 Galerien (anstatt wie in diesem Jahr mit 200 Galerien) an den Start und kooperiert zudem mit der der
New Art Dealers Alliance (NADA). Zu der Idee, mit der NADA erstmals eine zweite, unabhängige Messe im selben Gebäude und zeitgleich mit der Art Cologne stattfinden zu lassen, erklärt Messechef Daniel Hug gegenüber artnet: „Eine Messe funktioniert immer als Markenzeichen des Ortes, an dem sie stattfindet. Und einen Ort kann man nicht exportieren. Messekooperationen wie unsere sind daher die Zukunft!“
Auch weitere Kooperationsformate wird man erproben, so etwa mit dem Gallery Weekend Berlin, 2012 vom 27. bis 29. April stattfindend, und der 7. Berlin Biennale, ebenfalls am 27. April startend. Was genau man sich allerdings unter der „freundlichen gegenseitigen Unterstützung und respektvollen Wahrnehmung für einen gemeinsamen Kunstfrühling in Deutschland“, so Hug, vorzustellen hat, wird sich zeigen. Fest steht, dass der größte Block an Ausstellern auf der Art Cologne bereits seit 2011 aus Berlin stammt - die Messe hat seit dem Wegfall des Berliner Art Forum zunehmend an Attraktivität für die Hauptstädter gewonnen. Auch das Interesse weiterer internationaler Galerien ist gestiegen: Mehr als 30 hochrangige Neuzugänge oder Rückkehrer verbucht man für das kommende Jahr. Darunter sind zum Beispiel Klosterfelde, NEU, Barbara Thumm, Croy Nielsen, Nature Morte und Lüttgenmeijer aus Berlin ebenso wie Vera Munro aus Hamburg, François Paviot und Bernard Bouche aus Paris, Thomas Solomon aus Los Angeles, V1 aus Kopenhagen, Carbon 12 aus Dubai oder Dirimart aus Istanbul. Provinzialität kann man Köln wahrlich nicht mehr vorwerfen. Denn der rheinischen Sammlertradition – und der der angrenzenden Beneluxländer – wird man mit der wieder errungenen Internationalität endlich wieder gerecht.
Als Protagonisten der Sonderschau der Art Cologne greift man diesjährig auf Dieter Roth zurück. In Zusammenarbeit mit Hauser & Wirth, seit dem vergangenen Jahr nach zehnjähriger Abstinenz nach Köln zurückgekehrt, werden dort Arbeiten zu sehen sein, die Roth während seiner Zeit im Rheinland, 1963 bis 1977, schuf. Wer den seit 1988 vergebenen Art-Cologne-Preis 2012 erhalten wird, steht ebenfalls bereits fest. Es ist Wide White Space, die Antwerpener Avantgarde-Galerie von Anny de Decker und Bernd Lohaus, die von 1966 bis 1976 existierte und nun als Wegbereiterin für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst geehrt wird. Der Joseph Beuys-Schüler Lohaus kann die Ehrung indes nicht selbst entgegen nehmen. Er verstarb im vergangenen Jahr siebzigjährig in Antwerpen an Krebs.