Surrealismus heute

Mehrere Ausstellungen widmen sich derzeit dem Surrealismus. Auch die junge Kunst bezieht sich mehr denn je auf Duchamp und sein Umfeld. Deshalb hat das artnet Magazin ein Dossier erstellt, das in den nächsten Wochen das Revival des Surrealismus ins Visier nimmt – und zu erstaunlichen Erkenntnissen kommt.

Die Puppe in der Kunst ist nicht erst seit Hans Bellmer Symbol menschlicher Visionen und Ängste. Schon Degas löste mit seiner Wachstänzerin einen Schock aus. Bis heute erzählen Künstler wie Cindy Sherman oder Robert Gober bis hin zu Nathalie Djurberg mit ihren androiden Repliken von Krankheit, Verfall und Sexualität.

Exotisch wirkende Masken aus Stroh oder Wellpappe, sprießende Kartoffeln als Liebesherzen: Mariella Mosler überrascht immer wieder mit rätselhaft erscheinenden Dingen, die aus ungewohnten Materialien gefertigt sind. Ihr Werk spannt einen Bogen von der ethnologischen Erforschung von Ornament und Maske bis ins heutige Computerzeitalter.

Anke Röhrscheids Aquarelle entwerfen eine mikroskopische, surreale Welt, in der die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Pflanze verschwimmen. Ingrid Pfeiffer, Kuratorin der Ausstellung „Surreale Dinge“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main, beschreibt ein bildnerisches Universum, das nicht zuletzt erotische Assoziationen weckt.

Möbel- und Kleidungsstücke verwandeln sich bei Wiebke Siem zu seltsamen, exotisch anmutenden Figuren aus Holz oder Stoff. Kochlöffel und Wischmop verweisen auf immer noch nicht überholte Klischeebilder des Weiblichen. Hanne Loreck stellt Wiebke Siems „rätselhafte Stellvertreter" vor, bei denen das Lustvoll-Spielerische immer wieder ins Unheimliche umkippt.

Meret Oppenheims Pelztasse ist eine Inkunabel des Surrealismus – und heute fast so bekannt wie die Mona Lisa. Eine Hamburger Ausstellung zeigt, welche Aktualität und Ausstrahlung „Das Ohr von Giacometti“ auf jüngere Künstlergenerationen hat, zu der besonders viele Frauen zählen.

Mit der Ausstellung „Surreale Dinge“ feiert die Frankfurter Schirn Kunsthalle das Fremde im Vertrauten. Mit seltsamen Objekten sticht sogar mancher große Unbekannte die Prominenz um Duchamp und Dalí aus.

Ein angebissener Sesamkringel verwandelt die Welt: Die gelungene Gruppenausstellung „Transformed Objects“ im Düsseldorfer Ausstellungsraum Kai 10 spürt das Surreale im Minimalen auf.

Mehrere Ausstellungen widmen sich derzeit dem Surrealismus. Auch die junge Kunst bezieht sich mehr denn je auf Duchamp und sein Umfeld. Deshalb hat das artnet Magazin ein Dossier erstellt, das in den nächsten Wochen das Revival des Surrealismus ins Visier nimmt – und zu erstaunlichen Erkenntnissen kommt.