7. April 2005
Für die geplante Installation SHOA verwendet der Künstler Ekkeland Götze Erde, die er an etwa 30 ausgewählten Plätzen in Europa sammelt, welche stellvertretend für all jene Orte stehen, an denen jüdische Menschen dem Holocaust zum Opfer fielen. Mit SHOA soll ein Beitrag an dem Ort Münchens entstehen, der mit der Wiedererrichtung der 1938 zerstörten Hauptsynagoge zeigen will, dass jüdisches Leben wieder einen wichtigen Platz im urbanen, religiösen und kulturellen Leben der Stadt hat. Derzeit befinden sich am St.-Jakobs-Platz die neue Hauptsynagoge, das Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern und das Jüdische Museum im Bau. In seiner aktuellen Ausgabe 14 / 2005 bringt der Spiegel nun – nach einer zunächst wohlwollenden Berichterstattung über das Projekt im Oktober 2004 – einen längeren, die Arbeiten für das Mahnmal diffamierenden Artikel. Zwar sind die genauen Gründe für die Anfeindungen schleierhaft, jedoch die Methode des Künstlers bleibt bedenkenswert. Zwischen Erde als Material und Substanz einerseits und als Metapher andererseits besteht eine Kluft, die so einfach nicht überbrückt werden kann.
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Anne Schreiber