Sammler – Kennen Sie den schon?

Der Krise zum Trotz: Private Sammler spielen im Kunstbetrieb eine immer größere Rolle. Sie fördern Institutionen, beherbergen Künstler und sichern die Existenz der Galeristen. Ohne sie wäre die Kunstwelt nicht nur ärmer, sondern auch weniger glanzvoll. Einige von ihnen genießen gar Promistatus und streifen durch Museen und Medien. Andere bleiben lieber im Hintergrund, sammeln Unpopuläres – und manche fangen gerade erst an. In einer neuen Reihe stellt artnet Ihnen Sammler vor, die noch nicht im Rampenlicht stehen.


Als er nur noch blaue Schals und Hemden geschenkt bekam und man ihn auf jeder Party als „Mr. Blau“ vorstellte, wurde es ihm zu viel. Der in Berlin lebende Musikproduzent Siggy Loch trennt sich von einem Teil seiner Sammlung mit dem Titel „Blauklang“, die ab morgen bei Christie‘s in London versteigert wird. artnet verrät er, warum das eine Befreiung für ihn ist.

Der Finne Timo Miettinen macht das, was in Berlin alle machen sollten: Ausstellungen in der eigenen Wohnung. Erst bespielten die vier jüngsten Galeristen der Stadt die Räume, dann lud er drei Kuratorinnen ein, die Sammler nach ihren ersten Käufen fragten. Wenn das so weitergeht, wird der Charlottenburger Altbau bald zu einem neuen Lieblingsort. Ein Interview.

Wenn in der kommenden Woche die Art Basel eröffnet, kann einer dort ohne Jagdfieber umherlaufen: Hubert Looser hat seine Sammlung abgeschlossen. Mit artnet sprach er darüber, warum Künstler ihre Käufer selektieren müssen, über "Trophäensammler" und die Gründe für seinen Entschluss, nicht weiter zu sammeln.

Petter Olsen ist der Prince Charles des norwegischen Geldadels und hat in Norwegen viele Gesichter: als Öko-Bauer und Naturschützer, Kunstfreund, Milliardär und Mäzen. Bei genauerem Hinsehen bleibt er einfach einer von vielen, die Geld und Kunst sammeln.

In den 1980er-Jahren war Dağhan Özil einer der ersten in der Türkei, der internationale zeitgenössische Kunst sammelte, verkaufte und ausstellte. Seit 2003 hat Özil auch eine Galerie in Berlin. Wie er beim Sammeln vorgeht und wer ihm dabei zur Seite steht, verrät der 53-Jährige im Interview mit artnet.

Mit seiner Galerie in Berlin möchte der junge Sammler Zhu Gaowen den Europäern die neuen Zeitgenossen seines Landes nahebringen. Mit artnet sprach er über die Gründe für Chinas neuen Kunstinvestmentboom, milliardenschwere Sammlerkollegen und darüber, warum die Zeit der politisch motivierten Künstler endgültig vorbei ist.

200 Jahre Kunstsammeln kann Spuren hinterlassen. Doch Thomas Rusche trägt das Erbe seiner Vorfahren mit großer Gelassenheit und ergänzt die exquisite Sammlung Alter Kunst seit 2004 um Zeitgenossen. artnet offenbart er sein Handwerkszeug des Sammelns.

Einst stand Jef Rademakers als erfolgreicher Fernsehproduzent im Rampenlicht einer eigenen Fernsehshow. Doch dann kam die Midlife-Crisis. Heute ist Rademakers der flämisch-niederländischen Malerei verfallen. Im Interview erzählt der 62-Jährige von seiner Leidenschaft für romantische Kunst, in deren Scheinwelt er so gerne eintaucht.

Giorgio Fasol liebt am Sammeln das Entdecken – und hat es bei Künstlerlaufbahnen allein auf die Startschüsse abgesehen. Inzwischen besitzt der Veroneser über 150 frühe Arbeiten, darunter Maurizio Cattelan und Tino Seghal. Auf artnet erzählt er erstmals, wie es dazu kam.

Cedric Christiani ist der Jungspund unter den Berliner Sammlern. Ihn muss die Kunst vor allem emotional packen. Gut, wenn sie dann noch von Altersgenossen stammt.

Als Marc Barbey 2003 nach Berlin kam, waren viele Zeichen der Stadtgeschichte der Nachkriegszeit bereits unwiederbringlich wegmodernisiert oder zerstört worden. Mit seiner Liebe zur deutschen Fotografie mit dem Schwerpunkt Berlin lässt der Sammler alte Zeiten wieder aufleben – seit diesem Jahr kann die Öffentlichkeit daran teilhaben.

Antoine de Galbert zählt zu den größten Kunstsammlern Frankreichs. Sein Thema: Die Frage nach der condition humaine. Ihr spürt der Gründer der „Maison Rouge“ nicht nur mit junger Kunst nach, sondern auch mit Art Brut, Devotionalien und Kopfschmuck aus Ozeanien. Nun sind Teile seines Konvoluts im Berliner me collectors Room zu sehen.

Ralph-Andreas Surmas Vorliebe gilt dem Avantgarde-Silber des 20. Jahrhunderts. Die Sammlungsstücke des Düsseldorfers sind von so hoher Qualität, dass sie erst kürzlich im Berliner Bröhan-Museum ausgestellt wurden.

Ihr Großvater setzte sie mit Künstlern an einen Tisch, die Familie ihres Mannes sammelt seit Jahrhunderten Kunst. Nun schreibt Jeannette Erbprinzessin zu Fürstenberg an seiner Seite die Geschichte fort – mit Künstlern ihrer eigenen Generation.

Den Sammler Heiner Wemhöner kannten in der Kunstwelt bisher nur wenige. Im Gespräch mit artnet erzählt er von den Anfängen seiner Sammlung, seiner Bekanntschaft zum Kurator Jan Hoet und darüber, was Rockmusik mit chinesischer Gegenwartskunst zu tun hat.