CRMBanner

24. Mai 2012
Beinahe hätte man Bodo Buhl vergessen. Nun widmet die Galerie Tanit dem Münchener Neo-Geo-Künstler, der vor zwei Jahren verstarb, eine sehenswerte Schau – ein Muss für Fans der coolen Achtziger.
2010
Januar
Luigi Ghirri beobachtet die Welt mit sanftmütiger Ironie. Reception Berlin zeigt seine erste Einzelausstellung in Deutschland seit 25 Jahren.
Der Galerienaustausch Berlin-Paris geht in die zweite Runde. Viele der 13 Berliner Galerien haben sich dabei für klassische Positionen entschieden.
Die Chapman-Brüder haben ihre pathetisch aufgeladenen, skandalträchtigen Werke miniaturisiert und setzen so einen Schlusspunkt unter ihr Werk.
Im OK Kulturhaus Linz zeigt Oscar Muñoz den Betrachtern das Verschwinden der Bilder. In seinen Werken kommt der Tod als Prozess ins Bild.
Die Beziehung der Kunst zum Bühnenhaften will eine Gruppenschau in der Johnen Galerie erkunden, gerät aber zur theatralischen Selbstinszenierung.
Eine Gruppenschau im KW Berlin verheißt ästhetische Grundlagenforschung. Doch weder Werke noch Ausstellung klären das Verhältnis von Sehen und Gesehenem.
Befreiung aus der Passivität: Die Franz-West-Schau im Kölner Museum Ludwig erlaubt Betrachter wie Kunstwerk das Übertreten von Konventionen.
Wenn der Fortschrittsglaube von einst zum Trauma der Gegenwart wird: Armin Linke inszeniert bei Klosterfelde Berlin eine gescheiterte Zukunft.
Corinne Wasmuhts sinnlich-flirrende Gemälde sind Reflexionen über Wahrnehmung und demonstrieren den Illusionismus der Malerei.
In seinen illusionistischen Fotografien macht Georges Rousse Raum als Kategorie und als Bedingung für Erkenntnis erfahrbar.
Carsten Fock hält seine Kunst in einer prekären Balance. Im Bregenzer Kunstverein erweitern sich die Bilder in den Raum, während der Raum Bild wird.
Lothar Götz will den malerischen Dialog mit einem radikalen Architekturentwurf, kommt aber nicht über farbenfrohe Abstraktion hinaus.
2009
Dezember
Das Berliner Deutsche Historische Museum will die deutsche Kunst im Kalten Krieg aufarbeiten, erliegt aber wohlbekannten Klischees.
In einer Leipziger Ausstellung lässt uns Rémy Markowitsch die Risse und Schatten der Geschichte dechiffrieren.
Bei Peter Roehr verbinden sich die unterschiedlichen Ansätze von Minimal, Pop Art und Konzeptkunst. Städel und MMK Frankfurt zeigen sein stringentes Werk.
Die junge dänische Szene ist daheim viel zu selten zu sehen – ein Rundgang durch die Kopenhagener Galerien lässt aber neue Chancen erkennen.
Bunt flackern die Bilder: Die Kunsthalle Wien zeigt eine Auswahl aus dem Ursula Blickle Videoarchiv, der die kuratorische Klammer fehlt.
Die Welt als Bild und Vorstellung: Elger Essers Fotografien nach alten Postkarten beschwören den sehnsüchtigen Blick des urbanen Bürgers auf die Natur.
Cathy Wilkes tappt in die Kitschfalle. Ihre Installation bei Giti Nourbakhsch, Berlin, erschöpft sich im formalisierenden Aufbau und einer zu simplen Geschichte.
Das Künstlerhaus Bethanien in Berlin widmet sich der DDR und zeigt den weiblichen Kunst-Underground als frisch gehobenen Museumsschatz.
Das Freudenhaus wird zum Horrorkabinett. Auch fast 50 Jahre nach seinem Entstehen ist Ed Kienholz‘ Environment „Roxys“ von beklemmender Eindringlichkeit.
Die Kreativindustrie ist Berlins großer Mythos. Karin Sander lässt in der Temporären Kunsthalle seinen Chor erklingen.
„Dance In My Experience“ im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen hat die Jahre 1967/68 im Blick, verwechselt aber kuratorische Stringenz mit Ausstellungsdesign.
Mit David Maljkovic und Cyprien Gaillard haben sich Sprüth Magers die Moderne-Befrager ins Haus geholt. Gaillard brilliert dabei mit berührenden Bildern.
Jordan Wolfson lässt bei Johann König die Cola-Fläschchen marschieren und wirbelt vertraute Medien- und Werbewelten durcheinander.
Baden-Baden zeigt Georg Baselitz. Doch im Überblick werden aus dem wütenden Widerstand gegen die Moden der Kunst kalkulierte Karriere-Effekte.
Die zeitgenössische Kunst im Rahmen von „Istanbul Next Wave“ gastiert in Berlins Akademie der Künste. Dort werden feministische und kritische Positionen gezeigt.
Mit messerscharfer Präzision befreit Thomas Flor das Werk von Michael Buthe aus der Nachlassmasse postumer Mythologisierung.
Eine Ausstellung im n.b.k. Berlin reklamiert „Die Welt als Bühne“ und kommt doch nicht über eine klischeehafte Selbstreflexion des Kunstbetriebs hinaus.
Die Frankfurter Schirn Kunsthalle zeigt das Monumentalwerk „Hof für die Pachteinnahme“ aus der Mao-Ära: regimetreue Propaganda und künstlerische Herausforderung.
November
An drei Orten in Berlin gastiert die Ausstellung „Istanbul Next Wave“. Der Martin-Gropius-Bau zeigt die türkische Moderne.
Kathryn Andrews inszeniert bei Christian Nagel, Berlin, den fiktiven Ausverkauf eines Schauspieler-Haushalts und einen Abgesang auf den American Dream.
Neben Kuratoren und Kritikern entdecken auch immer mehr Künstler die esoterische und irrationale Seite der Moderne. Tillman Kaiser ist einer von ihnen.
Silke Wagner wird ruhiger. In ihrer aktuellen Schau nutzt sie den Umweg über die Mode, um das Verhältnis von Ästhetik und Aktivismus zu reflektieren.
Sean Paul verwandelt den Galerieraum in eine sterile Bankhalle. Seine monochromen Tafeln verhandeln Abstraktionsleistungen am Beispiel Papiergeld.
Er findet immer wieder prägnante Bilder für den Zustand der chinesischen Gesellschaft. Nun ist Qiu Zhijie im Berliner Haus der Kulturen der Welt zu sehen.
Auch Kölns junge Galerien haben sich zu einer Marke zusammengeschlossen. Als „Cologne Contemporaries“ luden sie zum zweiten Vernissagenwochenende.
Die Wiener BAWAG Foundation zeigt das widerspenstige und diskursive Werk von Jef Geys. Und präsentiert dabei einen konzeptuellen Fehlschlag.
Die Vienna Art Week ist ein Festakt der Wiener Institutionen. Doch auch manche Galerie lockt mit großen Namen. Nicht immer ist das große Kunst.
Eine exzellente Schau in Ludwigshafen revidiert unser Bild vom Surrealismus. Nicht nur Paris, auch Prag war künstlerisches Zentrum jener Bewegung.
Die Stuttgarter Ausstellung „Palindrom“ entwickelt aus der skurrilen Idee des visuellen Palindroms kluge Reflexionen über das Kunstmachen und Kunstzeigen.
Seit der Konzeptkunst sind Formen populär in der Kunst. Gianfranco Baruchello aber ist ein Künstler der Anti-Formel, chaotisch, organisch und produktiv.
Nichts als Ärger mit den Realismen. Eine Schau bei Koch Oberhuber Wolff in Berlin plädiert deshalb auf intelligente Weise gegen den Repräsentationalismus.
Walid Raads Werke sind formal asketisch, inhaltlich hoch beredt. Bei Sfeir-Semler in Hamburg erzählt er in Umwegen vom Trauma des Kriegs.
Die Sammlung Jumex aus Mexiko, mit Blick aufs Konzeptuelle, gastiert in Wien. Das könnte aufregend sein. Doch leider gibt es nur Bekanntes und Beliebiges.
Die Künstlergruppe Sun State sucht den Kontakt mit Aliens. Vor allem aber gelingt ihren Objekten die Kommunikation mit der Kunstgeschichte.
Die Ausstellung „Taswir“ im Berliner Martin-Gropius-Bau will eine Umstellung des westlichen Blicks auf die islamische Kultur, indem sie unser Bild von der Moderne befragt.
In Pavel Peppersteins aktuellem Zeichnungszyklus geht es um Allmachtsfantasien. Griechische Sagenwelt und russischer Suprematismus prallen aufeinander.
Weniger wäre mehr gewesen. Die 89/09-Ausstellung der Berlinischen Galerie verliert sich in der Überfülle bloßer Dokumentation.
Die Lecture Performance ist nicht Fisch noch Fleisch. Halb Vortrag, halb Kunst entpuppt sie sich aber als geschmeidiges Werkzeug künstlerischer Kritik.
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