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27. Juni 2012
Der 1988 verstorbene Künstler Paul Thek ist so aktuell wie nie zuvor. Nun erinnert das Duisburger LehmbruckMuseum in einer konzentrierten Kabinettsausstellung an den Ausnahmekünstler aus Brooklyn.
2010
Oktober
Die politisch engagierte Schau „Das Potosí-Prinzip“ im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, ist eine Tour de Force durch die Kulturgeschichte.
Diese Umzugskartons haben es in sich: Was wie Abfallprodukte der Alltagskultur wirkt, ist eine kluge Reflexion über die Inszenierung von Wirklichkeit.
Martin Zellerhoff stapelt tief. Er nennt seine Ausstellung schlicht „Photographie“, entwirft aber das Panorama einer Wissenskultur im Umbruch.
Ein Highlight im Berliner Galerienherbst: Mehdi Chouakri präsentiert in einer kleinen, feinen Schau Frühwerke von Künstlern aus dem Programm.
Mit Luis Gordillo präsentiert Rolf Hengesbach eine erfreulich eigenständige Position zwischen konzeptueller Bildbefragung und visuellem Schock.
David Zink Yi war bisher auf der Suche nach kultureller Identität. Im Wiener MAK spielt er nun mit eindringlichen Bildern kollektiver Fantasie und Furcht.
Willem de Rooijs aktuelle Schau in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, will Repräsentationen von Macht untersuchen – und gerät selbst zur Geste der Macht.
Unüberbrückbares Qualitätsgefälle: Selten schien die Kluft zwischen dem art forum berlin und den Satellitenmessen so groß. Nur die abc überzeugt.
In der Ruhe liegt die Kraft: Das art forum berlin zeigt sich erstaunlich homogen. Oasen der Konzentration ermöglicht das neue Prinzip Einzelpräsentation.
Manche Ausstellung des steirischen herbst 2010 wirkt müde. Überzeugend ist es da, wo die Kunstwerke nicht unter einem kuratorischen Überbau ächzen.
Es gibt sie noch, die einfachen Dinge. Zum Beispiel bei VeneKlasen/Werner, Berlin, wo vier Filme ausreichen, uns die Medienbilder zu erklären.
Phyllida Barlow ist eine Künstlerin, die der Kunstbetrieb verspätet in die Arme geschlossen hat. In Wien ist nun zu sehen, wie sie Form und Politik versöhnt.
Kompetent und feinfühlig: Der Wiener Galerie Hubert Winter gelingt eine überzeugende posthume Schau zu Fred Sandback.
Feminismus in der Kunst ist wichtiger denn je. In München aber bestätigen K8 Hardy & Ulrike Müller nur alte ästhetische Klischees.
September
Robert Kunec findet bei krupic kersting// kuk, Köln, eindringliche und erstaunliche Bilder für Terror und religiösen Fanatismus.
Schon wieder eine Biennale? Ja, und man sollte hinfahren. Die Mediations Biennale im polnischen Poznań ist ein dionysisches Fest für Geist und Sinne.
Yoko Ono ist mit einer großen Mission nach Berlin gekommen: Ihre Kunst soll die Welt verbessern. Doch statt Partizipation gibt es vor allem Pathos.
Eine Gruppenschau in Düsseldorf will die Rolle von Marcel Broodthaers heute untersuchen. Doch mancher Beitrag bleibt ein selbstverliebtes Andocken.
Wien macht sich selbst Konkurrenz: Neben dem Galerieprojekt curated by_vienna und der Vienna Art Week hat die Stadt nun auch ihr Galeriewochenende.
Style, Selbstausdruck, Individualität: Die Bernadette Corporation macht uns bei Neu, Berlin, die Fetische der Massenmediengesellschaft madig.
In der Berliner Galerie Thumm wird Kunstgeschichte rekonstruiert. Anna Oppermanns Installation ist ein Schlüsselwerk der 1970er-Jahre.
„The Moderns“ im MUMOK, Wien, bringt Kunst und Wissenschaft zusammen, ohne die Kunst auf die Rolle der Illustratorin zu reduzieren.
Rita McBride verwandelt den Streit um eine öffentliche Skulptur in eine Mischung aus Selbsttherapie, Konzeptkunst und cleverem Merchandising.
Im Fluss der Medien: In einer Publikation und Schau bei Gentili Apri, Berlin, ist Übersetzung zu gleichen Teilen Material, Thema und Strategie.
Wir haben uns so an ihn gewöhnt: Einen neuen Blick auf Jeff Wall zeigt die Ausstellung in der Dresdener Kunsthalle nicht. Dennoch gelingt die Schau.
Manche künstlerische Position mit Gesellschaftsbezug wird von der Zeit überholt. Jürgen Klaukes Spiel mit geschlechtlicher Identität funktioniert heute noch.
Das Museum Ludwig Köln kann bei seiner sehenswerten Schau „Bilder in Bewegung“ aus dem Vollen schöpfen: dem eigenen Sammlungsbestand.
Verharmlosendes Glimmen: Die Bonner Gruppenschau „Der Westen leuchtet“ vereint zwei rheinische Künstlergenerationen zum braven Stelldichein.
August
Das Dresdener Albertinum präsentiert die Galerie Neue Meister und seine Skulpturensammlung neu. Was bei der Plastik gelingt, scheitert bei den Gemälden.
Der Kunstbetrieb verlangt Disziplin von seinen Künstlerstars. Liam Gillick aber probt in Berlin die Revolution und spielt mit der Idee des Neuanfangs.
Das beeindruckende Werk eines Wortarbeiters: In den Berliner Kunstsaelen sind Dieter Kriegs Schriftbilder zu sehen.
Franz Ackermann malt keine Bilder, er schafft Modelle unserer unübersichtlichen Welt. In seiner neuen Ausstellung erstarrt dieser Anspruch zur Pose.
Juli
Es ist ein wenig still geworden um Matthew Barney. Nun bemüht eine Basler Ausstellung Theologie und Alte Meister, um sein Werk aufzuwerten.
Purismus ist schön. Bei Ion Grigorescu aber war die Verweigerung der Fülle eine politische Haltung in der Diktatur.
Randvoll: Die Gruppenschau „where do we go from here?“ mit Kunst aus Ost- und Mitteleuropa in der Wiener Secession.
Campagne Première in Berlin untersucht das Verhältnis von Haupt- und Nebenwerken, ohne nahrhafte Antworten zu liefern.
Gesellschaft voller Spielkinder: Cosima von Bonin findet in ihrer Schau im Kunsthaus Bregenz prägnante Bilder für unsere konsumverliebte Gegenwart.
John Bock baute der Temporären Kunsthalle Berlin ein Kletterwabengerüst. Gefüllt ist es mit Kunst von Kollegen, die es schwer hat im Bock’schen Totaluniversum.
Gary Hume operiert zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Auf seinen Oberflächen konkurrieren Pin-up-Girls mit appetitlichen Farbfeldern.
Sommerzeit in Wien. Einige Galerien gönnen sich mutige Abweichungen vom gewohnten Standard, andere zeigen lieber vorsichtige Ferienkost.
Elaine Sturtevant will in ihrer Berliner Ausstellung zur Bildkritik anstiften, verwirrt ihr Publikum aber durch philosophische Überfrachtung.
Lange Zeit war Olaf Metzel beides: scharfsinniger Provokateur und guter Bildhauer. Doch seine Schau im Museum Weserburg, Bremen, wirkt müde.
Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe hat Mirosław Bałka eingeladen, ihre Sammlung altdeutscher Meister zu verfremden. Das Ergebnis ist raumgreifend, lässt aber alle Fragen offen.
Wieder einmal steht der theoretische Überbau der Kunst im Weg. Wer aber hinsieht, statt zu lesen, erlebt bei COMA, Berlin, gelungene Skulpturen von Sinta Werner.
Die vierte Bukarest Biennale ist verhalten politisch. Sie positioniert sich im Spannungsfeld zwischen Agitation und Repräsentation.
Klischeekorrektur mittels Kunst: Die Gruppenschau „Edge of Arabia Berlin – Grey Borders/Grey Frontiers“ arbeitet am Bild der islamischen Welt.
In R. H. Quaytmans Schau bei Silberkuppe, Berlin, gerät das schwierige Verhältnis von Bild und Konzept in den Blick.
Als die Stadt noch rau und die Kunst noch politisch war: „Goodbye London“ in der NGBK, Berlin, blickt zurück auf die 1970er-Jahre in England.
Entspannte Konzeptkunst: Jan Dibbets zeigt im Gemeentemuseum Den Haag, wie man nonchalant Abbild und Abstraktion verzahnt.
Ironie macht geschmeidig. Sie erlaubt dem Denken Pirouetten. In widersprüchlichen Zeiten wird Ironie deshalb zur gymnastischen Übung für die Kunst.
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