CRMBanner

27. Juni 2012
Der 1988 verstorbene Künstler Paul Thek ist so aktuell wie nie zuvor. Nun erinnert das Duisburger LehmbruckMuseum in einer konzentrierten Kabinettsausstellung an den Ausnahmekünstler aus Brooklyn.
2011
Juni
Als „der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt“ stellt sich André Butzer mit seiner zweiten Museumsschau in Deutschland vor. Seine Bilder handeln von Selbsthistorisierung und Konsumkritik – ohne sich in ironischen Zitaten zu verfangen. Denn woran Butzer glaubt, sind Komposition und Farbe.
André Kertész war ein Poet des Alltags und einer der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts. 25 Jahre nach seinem Tod widmet ihm der Martin-Gropius-Bau in Zusammenarbeit mit dem Jeu de Paume in Paris nun eine grandiose Retrospektive. Bei Kicken Berlin ist dazu eine erlesene Auswahl aus dem Frühwerk zusammengestellt.
Bruce Nauman ging es schon immer um essentielle Fragen: Um den Menschen, um den Körper, Leben und Tod. Seine Arbeiten, die nie üppig und niemals Spektakel, indes beharrlich und enervierend sind, zogen ihrer Gegenwart schon immer das letzte Hemd aus und die Maske vom Gesicht.
Wie geht es den Galerien in Frankfurt am Main? Zwischen Mieterhöhungen und Städelschule ist Platz für viele neue Ideen. Ein Rundgang durch die Galerien Adler, Parisa Kind, Bernhard Knaus Fine Art und Kai Middendorff.
Die osteuropäischen Länder stehen unlängst vor einer Neubewertung. Im Rahmen des großangelegten Galerienprojektes „curated_by vienna“ liefert die Galerie Georg Kargl einen Einblick in die kroatische Kunstszene. Zu Gast ist die Galerija Nova aus Zagreb und fünf ihrer Künstler.
Die Ausstellung „ILLUMInations“ der 54. Biennale von Venedig wollte von Licht und Ländern erzählen – und verirrt sich stattdessen in einem disparaten Parcours.
Lili Dujouries Werke erkennt man erst auf den zweiten Blick. In ihrem vierzigjährigen Œuvre schuf sie avantgardistische Videos, enigmatische Collagen und barocke Skulpturen. Alte und neue Arbeiten sind nun in der Berliner Galerie Michael Janssen ausgestellt.
Der Deutsche Pavillon präsentiert sich in diesem Jahr als Reliquienschrein. Eine gut gemeinte Geste, die dem während der Vorbereitungen verstorbenen Künstler Christoph Schlingensief nicht gerecht wird.
In der Ausstellung „Serious Games“ auf der Mathildenhöhe in Darmstadt geht es um den Krieg, um seine Bilder und um die Frage, wie bewusst wir diese Aufzeichnungen wahrnehmen. Denn in Zeiten virtueller Kriegsführung sind Spiel und Wirklichkeit kaum noch zu unterscheiden.
In ihrer aktuellen Gruppenausstellung begibt sich die Galerie Cruise & Callas auf die Spuren der Romantik. Unter dem Titel „Train Fantôme“, werden 23 zeitgenössische Künstler in die Geisterbahn geschickt. Dort suchen sie ihre Reise in die Dunkelheit mit Leichtigkeit zu verbinden.
Mai
Der Glauben an ein grenzloses Wachstum ist nicht nur in der deutschen Kultur tief verankert. Doch in Wirklichkeit ist der Begriff nur eine Metapher für Phänomene in der Wirtschaft, Gesellschaft und Biologie. Die Kunstvereine in Hannover, Baselland und Frankfurt versuchen nun eine Annäherung an ein Thema voller Verschlingungen.
Ausstellungen wie diese, so könnte man meinen, sind vor allem eines: Der Beweis, dass zu viele Menschen Kunst studieren. Doch aus der Fülle bemühten Epigonentums von Braunschweiger HBK-Absolventen lassen sich ein paar erstaunliche Highlights herauspicken. Und für die allein lohnt sich BS.Visite.
Der Kölner Skulpturenpark besticht zwar nicht gerade durch die feinste Lage, lockt aber bei schönem Wetter viele Besucher an. Die können nun schon zum sechsten Mal auf den Pfaden der Anlage lustwandeln, neuerdings auch zwischen der Skulptur von Sofia Hultén, dem Projekt von Florian Slotawa und dem Pavillon Sou Fujimotos. Ein Rundgang.
Er ist der renommierteste Preis für künstlerische Fotografie in Europa. Nun wurde der mit 30.000 GBP dotierte Deutsche Börse Photography Prize zum zwölften Mal von der Photographers’ Gallery in London verliehen.
Schonungslos, verquollen, fast karikaturesk: Lucian Freud hat seinen Modellen nie geschmeichelt. Dennoch gehörten seine Bilder und Zeichnungen zum Hingebungsvollsten, was die gegenwärtige Malerei zu bieten hat. In der Galerie Daniel Blau wird wieder einmal klar, weshalb das auch seinen Preis haben muss.
Jungen Künstlern muss heute angeblich Respekt für ihren Mut bezeugt werden, sich noch mit einer Technik wie dem Holzschnitt zu befassen. Vielleicht wird Gert und Uwe Tobias dereinst einmal attestiert werden, dieses Klischee, das ihnen selbst anhaftet, überwunden zu haben.
Früher war alles besser. Wer diese Maxime unterstreichen kann, ist momentan in der Münchner Galerie Klüser 2 gut aufgehoben. Der dort gezeigte englische Künstler David Godbold beklagt mit „A New Austerity“ die neue Knappheit der heutigen Zeit.
Ein Jahr nach dem Tod von Ernst Beyeler zeigt die gleichnamige Galerie „Grafische Arbeiten und Karikaturen“ von Honoré Daumier, mit denen der junge Beyeler seine Karriere zum international bekannten Galeristen startete. Im Kunstmuseum Basel ist parallel die Ausstellung „Von Daumier bis Degas, Französische Druckgraphik des 19. Jahrhunderts“, zu sehen.
Die Züricher Kunstlandschaft hat sich verändert. Was einst im Löwenbräu-Areal auf dichtem Raum zusammenkam, ist nun über die Stadt verteilt – wenn auch teilweise nur temporär. Ein Rundgang durch die Galerien und Museen zeigt, dass es hier jenseits der Postkartenidylle auch verwegene Seiten zu entdecken gibt.
Von Springbrunnen und Hippie-Orgien: Im Hamburg-Harburger Bahnhof inszenieren die Schweizer Künstler Kilian Rüthemann und Manuel Scheiwiller ein metaphernreiches Spiel schlüpfriger Surrealismen.
Seine Fotoarbeiten hatte Polke einst für den Sammler Carl Vogel zusammengestellt. Jetzt soll ihr Erlös beim Auktionshaus Lempertz einer Stiftung zugutekommen. Ihre Ausstellung zeigt, dass der Maler Sigmar Polke seit den Achtzigern ohne die Fotoexperimente der Siebzigerjahre gar nicht vorstellbar ist.
April
Diese Ausstellung sollte man einplanen: In der Galerie KOW werden Cady Noland und Santiago Sierra gegenübergestellt, die so noch nie zusammengedacht worden sind. Was erstaunlich ist. Denn beide widmen sich einer vergleichbaren Problematik: der realen und sozialen Gewalt in den kapitalistischen Gesellschaften.
Von Malewitsch bis Supermann: Andy Hope 1930 entfaltet bei Guido W. Baudach sein bekanntes Panorama aus Mythenträgern des 20. Jahrhunderts. Doch der Mix aus Fremdmaterial geht über die Beschwörung einer kulturellen Bruchstelle nicht hinaus.
Nairy Baghramian lädt zum „Formage de tête“: ein Wortspiel über Formen und Formungen, wie sie beim Reifungsprozess von Käse oder Gedanken auftauchen. Die iranische Künstlerin, die seit den 1980er-Jahren in Berlin lebt, zeigt sich hier von ihrer selbstironischen Seite – ohne freilich ihre Ernsthaftigkeit aufzugeben.
Das Gallery Weekend Berlin ist das Highlight des Kunstjahres. 44 Galerien öffnen an diesem Wochenende wieder ihre Türen. artnet hat schon vor der Preview einen Rundgang gemacht.
Für die einen ist es noch Konzeptkunst, für die anderen schon Skulptur: Die schwedische Künstlerin Nina Canell besticht mit Materialien, die in Auflösung begriffen oder bereits in einen anderen Zustand übergetreten sind. Was an Laborversuche erinnert, führt allerdings nicht zu eindeutigen Beweisen – sondern versetzt Raum und Gedanken in Schwingung.
In Holland hängt er in allen Museen, doch hierzulande ist Ger van Elk nur Konzeptkunst-Experten ein Begriff. Das dürfte sich jetzt ändern. Denn der 70-Jährige gibt gerade sein längst überfälliges Debüt in der Berliner Galerie Lüttgenmeijer.
Eins ist nun gewiss: Ai Weiwei wird nicht wie geplant an der Eröffnung seiner Berliner Ausstellung teilnehmen. Speziell für die Räume der Galerie neugerriemschneider hatte Ai zuvor zwei völlig neue Arbeiten konzipiert. Nun kann das erste Mal auf der gartenähnlichen Installation Platz genommen werden.
John Bock steht für überbordende, raumfüllende und grotesk auswuchernde Installationen. Doch plötzlich ist alles anders: In der Galerie Klosterfelde geht es gespenstisch still zu – bis zu dem Moment, in dem sich Türen, Fenster und Fußleisten selbstständig machen.
Gerwald Rockenschaubs Kunst ist Gleitmittel fürs Auge. Der Blick rutscht herum auf seinen aalglatten, knallbunten Icons, die der Wiener Neo-Geo-Pionier am Computer entwirft. Mit zehn von ihnen hat er nun eine ganze Wand bei Mehdi Chouakri bestückt.
Durch die Galerie Nordenhake weht ein sanfter Wind. Zumindest fühlt es sich so an, denn Miroslaw Balkas Skulpturen scheinen zu atmen. Vier Werke sind in den beiden kleinen Räumen ausgestellt, und viermal gelingt es dem polnischen Künstler, eine geisterhafte Atmosphäre heraufzubeschwören.
Bye, bye, Arschgeweih: Mit der Ausstellung „As Long as It Lasts...“ geben die Kuratoren Aric Chen und Josee Lepage bei Arratia, Beer der Tätowierung ihren Status als beständiges Zeichen der Kunst zurück.
Luc Tuymans ist heimgekehrt. In das Museum seiner Jugend, das er regelmäßig besuchte, ohne zu ahnen, dass er in das verwinkelte Art-Deco-Gebäude des BOZAR einmal selbst mit einer großen Retrospektive einziehen würde. Fast zwei Jahre tourte die Schau durch die USA. Brüssel firmiert jetzt als Abschluss und zugleich einzige europäische Station.
Die Galerie Melike Bilir zählt zu den innovativsten jungen Galerien in Hamburg. Mit der Ausstellung „Kunstbegriffe“ wagt sie ein weiteres Experiment – und widerspricht der elementaren Erwartung der Besucher: zehn Künstler, aber kein einziges Werk. Nicht im herkömmlichen Sinne jedenfalls. Sondern zehn Mal Kolumnen an der Wand, unter anderem von Simon Starke, Andrea Tippel und Kerim Seiler.
Der verheißungsvolle Auftakt der Art Cologne hat sich aufs Kölner Galeriengetriebe übertragen. Am Vernissageabend zeigte es sich gut geölt, der Tross aus rheinischen und internationalen Sammlern, Neugierigen und Kauflustigen war beachtlich.
Er zerlegte einen Citroën DS, versah einen Totenschädel mit Karomuster und spürte in Berlin gelbe DDR-Roller auf, um ihnen einen Zwilling zur Seite zu stellen: Gabriel Orozco ist ein Interventionskünstler par excellence. Die Londoner Tate Modern zeigt nun seine große Retrospektive.
Der New Yorker Joel Shapiro bleibt seit über vierzig Jahren seinen Linien treu: Im Museum Ludwig zeigt der Bildhauer nun, wie spielerisch er einen ganzen Raum mit seinem geometrischen Ensemble zum Schwingen bringt.
Gegensätze ziehen sich an – wie Thomas Hirschhorn und die Schweiz. Bevor der in Frankreich lebende Berner den Pavillon seiner Heimat auf der Biennale Venedig bespielt, inszeniert er im Aargauer Kunsthaus das Modell „Wirtschaftslandschaft Davos“ in seiner typischen Bildsprache aus Klebeband und Plastikfolie.
Wohl kaum ein Künstler arbeitet sich an der Dialektik von Bauen und Zerstören so ab wie Cyprien Gaillard. In seiner Installation aus Bierkisten in den Berliner Kunst-Werken hat sich diese Faszination allerdings erschöpft.
März
Karim Noureldin hat sich vom schweizer Shootingstar zu einem festen Stern am Zeichnungshimmel entwickelt. Bei von Bartha Garage verzweigt er eigene Arbeiten mit Geistesverwandten von Vasarely bis Beat Zoderer.
Seit fast 50 Jahren deklinieren Künstlerinnen die Klaviatur der eigenen Nacktheit rauf und runter. Doch was einst radikal und brisant war, hängt heute in einer erbarmungslosen Endlosschleife fest.
Das MoMA ist wieder in Berlin. Doch eine Blockbuster-Hysterie wie 2004 in der Neuen Nationalgalerie stellt sich im Martin-Gropius-Bau nicht ein. Noch nicht. Denn zu welcher Größe das bisher museal weitgehend ignorierte Medium Zeichnung heranwachsen kann, zeigt die Sammlung der Judith Rothschild Foundation.
Eine vorchristliche Kultstätte auf dem Gelände der Zeche Zollverein gab den Ausschlag: Das Künstlerpaar Ilya & Emilia Kabakov wird hier ein Zentrum der kosmischen Energie errichten. Die grafischen Vorstudien dazu sind nun in Köln zu sehen.
Fotos aus Regionalzeitungen, absurd-lakonische Bürozeichnungen, fotografische Wanderungen in städtischen Randgebieten – Peter Piller ist ein Grenzgänger zwischen Kunst und Alltag, ein pendelnder Archivar des deutschen Provinzlebens, ein Bilderjäger und Sammler.
Um 1900 reagierten esoterische Bewegungen zwischen Spiritismus, Okkultismus und Anthroposophie auf die vollendet ernüchterte Gewalt der Modernisierung. In der Kunst eines Joseph Beuys lebte dieses Unbehagen fort. Der 1977 geborene Münchener Maler Benedikt Hipp schlägt einen neuen Weg ein - zu sehen bei Kadel Willborn in Karlsruhe.
Bettina Pousttchis Kunst ist voller Verweise – auf Filme, Gebäude, Künstler. Welche Bilder verdrehte Absperrgitter und Wolkenkratzerfassaden vor dem inneren Auge hervorrufen, zeigt nun ihre Einzelausstellung in der Kunsthalle Basel.
Die Marke Kerstin Brätsch & DAS INSTITUT schreibt im Kunstbetrieb gerade Erfolgsgeschichte – und zwar mit einem angesagten Rezept: Gruppendynamik, Marktkritik und Frauen-Power haben Konjunktur. Der Kölnische Kunstverein zeigt, wie schwere Bilderrahmen und Fankleidung aus Edelfäden den neuesten Diskurs bestimmen.
Das wurde auch Zeit: Düsseldorf zeigt erstmals eine Einzelausstellung von Thomas Struth. Für die Inszenierung im K20 hat der Künstler selbst Hand angelegt, um seine Fotografien von 1978 bis 2010 ins rechte Licht zu rücken.
Das MUMOK schickt die Wiener Aktionisten ins Rennen mit internationalen Parallelerscheinungen. Fazit: Die Österreicher lassen sich so schnell nicht abhängen. Und der Gewinner ist: Otto Muehl.
Das Bucerius Kunstforum führt mit der großen Gerhard Richter-Schau auf eine falsche Spur: Kurator Uwe M. Schneede, ordnet sein Werk einzelnen Motivgruppen zu – eine Verfehlung, denn er ignoriert die Gleichgültigkeit des Künstlers gegenüber seinen Vorlagen.
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