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27. Juni 2012
Der 1988 verstorbene Künstler Paul Thek ist so aktuell wie nie zuvor. Nun erinnert das Duisburger LehmbruckMuseum in einer konzentrierten Kabinettsausstellung an den Ausnahmekünstler aus Brooklyn.
2009
November
Die Stuttgarter Ausstellung „Palindrom“ entwickelt aus der skurrilen Idee des visuellen Palindroms kluge Reflexionen über das Kunstmachen und Kunstzeigen.
Seit der Konzeptkunst sind Formen populär in der Kunst. Gianfranco Baruchello aber ist ein Künstler der Anti-Formel, chaotisch, organisch und produktiv.
Nichts als Ärger mit den Realismen. Eine Schau bei Koch Oberhuber Wolff in Berlin plädiert deshalb auf intelligente Weise gegen den Repräsentationalismus.
Walid Raads Werke sind formal asketisch, inhaltlich hoch beredt. Bei Sfeir-Semler in Hamburg erzählt er in Umwegen vom Trauma des Kriegs.
Die Sammlung Jumex aus Mexiko, mit Blick aufs Konzeptuelle, gastiert in Wien. Das könnte aufregend sein. Doch leider gibt es nur Bekanntes und Beliebiges.
Die Künstlergruppe Sun State sucht den Kontakt mit Aliens. Vor allem aber gelingt ihren Objekten die Kommunikation mit der Kunstgeschichte.
Die Ausstellung „Taswir“ im Berliner Martin-Gropius-Bau will eine Umstellung des westlichen Blicks auf die islamische Kultur, indem sie unser Bild von der Moderne befragt.
In Pavel Peppersteins aktuellem Zeichnungszyklus geht es um Allmachtsfantasien. Griechische Sagenwelt und russischer Suprematismus prallen aufeinander.
Weniger wäre mehr gewesen. Die 89/09-Ausstellung der Berlinischen Galerie verliert sich in der Überfülle bloßer Dokumentation.
Die Lecture Performance ist nicht Fisch noch Fleisch. Halb Vortrag, halb Kunst entpuppt sie sich aber als geschmeidiges Werkzeug künstlerischer Kritik.
Die 3. Riwaq Biennale im Westjordanland zeigt keine Kunst. Stattdessen schickte sie die Besucher auf eine Reise durch den palästinensischen Ausnahmezustand.
Bei Gustav Metzger fallen Kunst und politische Haltung in eins. Die Londoner Serpentine Gallery widmet ihm nun eine umfassende Retrospektive.
Oktober
Es ist eine Retrospektive mit Sammlungsanschluss: Jack Goldsteins institutionelle Würdigung im Frankfurter Museum für Moderne Kunst.
Tony Oursler gilt als der Mann mit den sprechenden Puppen. Seine Ausstellung im Kunsthaus Bregenz zeigt ihn nun als scharfsinnigen Analysten der Jetztzeit.
Manchmal ist Kunst eine Flaschenpost. In der Frankfurter Schirn wird mit Moholy-Nagys Raum der Gegenwart eine echte Reformbotschaft entkorkt.
Sieht etwas komisch aus in Deutschland, ist es der Unseriosität verdächtig. Das Münchener Lenbachhaus verteidigt deshalb Erwin Wurm.
Die Kunst weiß längst, dass nichts mehr echt ist und alle Zeichen lügen. Martin Brand und Mirko Martin zeigen in Berlin, dass dieses Wissen nicht für jeden gilt.
Hungrig auf Neues greift der Kunstmarkt nach dem Iran. Die Hilger Brot Kunsthalle in Wien erprobt den kuratorischen Umgang mit iranischer Kunst.
Eine Lanze für sozial engagierte Kunst wurde mit dem Turner-Preis noch nie gebrochen. Aber so zahm wie in diesem Jahr gaben sich die Finalisten selten.
Ist Thomas Demand ein Medienkritiker? Seine Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie wirkt eher wie eine Ablenkung von der Störkraft des Details.
Bei Ai Weiwei ist Kunst Aktivismus und Aktivismus Kunst. Seine Schau im Münchner Haus der Kunst war schon vor der Eröffnung ein Politikum.
Die Kunst von Gavin Turk ist derivativ. Das Beste daran ist: Sie weiß es. Das unterscheidet sie wohltuend von Werken, die uns Originalität vorgaukeln wollen.
Das Klischee vom heftig-schöpferischen Künstler verkauft sich immer. Aktueller Beweis: Aaron Curry und Thomas Houseago bei VeneKlasen Werner, Berlin.
Eine Gruppenschau bei Max Hetzler, Berlin, will die Grenzen der Zeichnung erkunden. Das gelingt nur bedingt. Dafür ist sie fröhlich wuchernder Projektraum.
Der Temporären Kunsthalle läuft die Zeit davon. Doch statt sich neu zu erfinden, kopiert sie ihre Vergangenheit und bedient Klischees vom kreativen Wildwuchs.
Die Münchner Galerie Tanit zeigt Sarah Charlesworth. Späte Würdigung für eine Künstlerin, die mit der Rückkehr zum Bild die Konzeptkunst kritisiert.
Stephen G. Rhodes ruft die Geister der US-Popkultur. Seine Schau bei Isabella Bortolozzi ist ein therapeutisches Horrorkabinett.
Die Istanbul Biennale hat sich so gründlich mit politischer Rhetorik umgeben, dass mancher die wunderbare Vielfalt der Kunstwerke übersah.
In ihrem aktuellen Video erzählen Hubbard/Birchler die unendliche Geschichte des Kinos. Die Hauptrolle aber spielt der Betrachter.
Das Bild erweitert sich in den Raum, der Raum wandert in das Bild: Alexandra Leykaufs verschachtelte Architekturen bei Sassa Trülzsch und Barbara Wien.
Andreas Slominski ist ein Fallenbauer. In zwei Berliner Ausstellungen stellt er den Besuchern Rätsel über das System Kunst.
In ihrer Ausstellung im Württembergischen Kunstverein Stuttgart zeigt Peggy Buth, wie irrational-fiebrig der westliche Blick auf die einstigen Kolonien war.
Ioana Nemes will die Fragmente der Vergangenheit für die Zukunft nutzen. Ihre Ausstellung bei Jiri Svestka zeigt die Grenzen dieses Projekts.
Michael Hakimi demonstriert in der Berliner Krome Gallery innere künstlerische und äußere thematische Aktualität.
September
Naive Bewunderung statt kunstwissenschaftlicher Aufarbeitung – das Museum der bildenden Künste in Leipzig betreibt distanzlose Werner Tübke-Verehrung.
Tomasz Kowalski bittet zum Totentanz. Bei carlier | gebauer und im Künstlerhaus Bethanien Berlin sind seine zitatreichen, schaurig-schönen Werke zu sehen.
Mircea Cantors leicht konsumierbare Metaphern im Kunsthaus Zürich sind ein Symptom. Für einen Betrieb, der die schnelle Verwertbarkeit will.
Manchmal kann Fantasie ein ganzes Museum verzaubern. Das Sammlerpaar Schürmann zeigt in Mönchengladbach kuratorische Alchemie.
„ANTIREPRESENTATIONALISM“ ist eine Schau mit sperrigem Titel und intelligentem Konzept. KOCH OBERHUBER WOLFF betreiben scharfsinnige Geschichtsreflexion.
John Miller trennt uns durch eine exkremental-braune Oberflächenglasur von den Objekten unserer Begierde. Die Kunsthalle Zürich widmet ihm nun eine große Soloschau.
Es ist eine ungewohnt inhaltsschwere Ausstellung – die Schau der vier Künstler, die für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2009 nominiert sind.
Kann ein Titel treffender sein? Andro Wekua benennt seine Ausstellung nach dem Eröffnungsdatum und bietet bei Peter Kilchmann die Kulisse zum Event.
Es gibt erzählerische Kunst. Und es gibt Kunst, die unseren Erzählglauben stört. Ceal Floyer erzählt uns mit jeder Irritation die Bedingungen unserer Wahrnehmung nach.
Oft kann es dem Markt nicht schnell genug gehen. In Köln ist mit Isa Genzken nun ein Werk zu sehen, das sich Zeit gelassen hat.
In den letzten Jahren sah Kultur oft wie Staatstheater aus. Eine Düsseldorfer Ausstellung spielt mit diesem Hang zur Repräsentativität.
August
Steve McQueen hat einen Film gemacht, in dem die Kunst mit den Mitteln des Kinos die Bilder zurückerobert.
Das Bauhaus erscheint heute wie ein funktionales Markenprodukt. Eine Berliner Ausstellung erinnert stattdessen an seinen Aufbruchsgeist.
Gregor Hildebrandt ist ein Künstler der durchkalkulierten Oberfläche. In Berlin präsentiert er gerade ein Musterkabinett dieser Haltung.
In Belgien locken zwei Großevents aufs Land. Die Contour Biennale in Mechelen und die Beaufort Triennale am Meer. Zwei Projekte mit gelungenem Ortsbezug.
Erinnerungspflege, zumal in Deutschland, ist heikel. Manchmal gelingt sie. Wie in Sven Johnes Video zum Mauerfall, das die Mechanismen der Geschichtsschreibung selbst zum Thema hat.
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