31. Januar 2005
Die aktuelle Ausstellung „Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung“ in den Berliner Kunst-Werken wirft nicht zuletzt die Frage nach den Möglichkeiten politischer Ikonografie in Werken der aktuellen Kunst auf. Im intellektuellen Zentrum der Ausstellung steht mit Gerhard Richters Zyklus „18. Oktober 1977“ von 1988 (New York, Museum of Modern Art) eine Arbeit, die in der Ausstellung nicht gezeigt wird. Setzt sich Richter in diesem Zyklus insbesondere mit den medialen Grenzen von journalistischer Bildberichterstattung und klassischer Historienmalerei auseinander, so bildet sein monumentales Wandbild „Schwarz Rot Gold“ von 1998 den Versuch, der »unästhetischen Demokratie« (Walter Grasskamp) mit den Mitteln gegenstandsloser Malerei zu künstlerischer Repräsentation zu verhelfen. Der Kunsthistoriker Uwe Fleckner, Hamburg, hat diese Zusammenhänge in einer neueren Studie untersucht.