24. März 2006
Im vergangenen Jahr verstarb der niederländische Geschäftsmann G.A.H. Buisman, dem es im Laufe seines Lebens gelang, herausragende Beispiele aus allen Bereichen des druckgrafischen Oeuvres Rembrandts in seiner Sammlung zusammenzuführen. Der Geburtstag Rembrandt Harmensz. van Rijns jährt sich am 15. Juli 2006 zum 400. Mal. Aus diesem Anlass wird der holländische Meister in diesem Jahr durch zahlreiche Sonderausstellungen und Veranstaltungen geehrt. Auch Christie’s schwimmt auf dieser derzeitigen Rembrandt-Euphorie-Welle mit und versteigert am 29. März in London 55 Radierungen Rembrandts aus der Sammlung G.A.H. Buisman im Rahmen der Auktion „Old Master, Modern and Contemporary Prints“.
Rembrandts Werke variieren in Größe und Technik vom kleinen, skizzenhaften Selbstporträt bis zur großformatigen Komposition wie dem berühmten „Hundertguldenblatt“. Dieses Stück nimmt eine besondere Stellung in der Sammlung von Rembrandt-Radierungen des Unternehmers Buisman ein. Hier stellt der Künstler mehrere Szenen des Matthäus-Evangeliums gleichzeitig in einem Werk dar, ein besonderes Merkmal für die Vorgehensweise Rembrandts. Nach Angaben des Pariser Händlers Mariette erbrachte diese Arbeit schon im 17. Jahrhundert 100 Gulden auf dem Kunstmarkt, ein Zeichen dafür, dass die Radierungen des Künstlers bereits zu dessen Lebzeiten sehr beliebt waren. Heute setzt Christie’s den Wert der Radierung mit 25.000,- bis 35.000,- Britische Pfund an.
Eine Besonderheit aus Rembrandts Werk in Buismans Sammlung ist das „contre-épreuve“ des Porträts von Jan Antonides van der Linden aus dem Jahre 1665. Es wird zusammenhängend mit dem Originaldruck versteigert, eine große Seltenheit. Den Schätzungen nach soll es 4.000-6.000,- Britische Pfund einbringen. Beide Stücke waren ursprünglich Teil der berühmten William-Esdaile-Sammlung, die 1838 bei Christie’s zur Auktion kam.
Bei seinen Porträts wie beispielsweise bei
The artist’s mother seated at a table, das auf 5.000,- bis 8.000,- Britische Pfund geschätzt wird, war es Rembrandt wichtig, die besonderen Charakterzüge des jeweils Dargestellten zum Ausdruck zu bringen – eine Tatsache, die gerade auf den heutigen Betrachter ansprechend wirkt. Ein Teil des Auktionserlöses kommt der Maecenas World Patrimony Foundation zugute, deren Ziel es ist, Kunst und historische Objekte der Sammlungen der United Nations zu erhalten.