New Yorker Galerie muss 1,7 Millionen US-Dollar an Schweizer Sammler zahlen

Geldspiele im Supreme Court II

Walter Robinson
4. März 2005
Am 2. März fiel das Urteil: 1,7 Millionen US-Dollar Schadensersatz muss The Project an den Sammler Jean-Pierre Lehman zahlen. Damit wurde die Galerie von Christian Haye mit Sitz in New York und Los Angeles vor dem New York Supreme Court von Richter Ira Gammerman in einem Aufsehen erregenden Verfahren, das Lehman gegen die Galerie angestrengt hatte, mit einer höheren Strafe belegt als erwartet. In dem Verfahren war es um Vorkaufsrechte an Werken der Galerie, hauptsächlich der Künstlerin Julie Mehretu, gegangen, die der Sammler Lehman im Gegenzug  zu einer Geldleihe von 75.000 US-Dollar erworben hatte. Einzelheiten in den artnet News vom 21. Januar 2005. Das Gericht folgte bei der Höhe des Urteils in voller Linie den Berechnungen der Gutachter des Klägers. Die mit Hilfe der artnet Price Database ausgefertigten Expertisen hatten den gegenwärtig angenommenen Wert von Arbeiten Mehretus errechnet, die dem Sammler – entgegen der Absprache des Vorkaufsrechts – nicht angeboten worden waren und die er demzufolge auch nicht hatte erwerben können. Der dadurch angenommene erlittene finanzielle Schaden Lehmans, errechnet aus der Differenz des ursprünglichen Verkaufspreises und den Schätzpreisen, wurde in voller Höhe anerkannt. Nach dem Ende des Verfahrens äußerte der Sammler sein Bedauern darüber, dass der Fall diesen Verlauf genommen habe. „Wir haben mehrere Male einen Vergleich gesucht“, sagte er. Nach seiner Meinung befragt, zuckte der Galerist Haye nur resigniert mit den Schultern. Sollte er nun Widerspruch gegen das Verfahren einlegen wollen, müsste er eine Kaution in der Höhe des Schadensersatzes bei Gericht hinterlegen. Als Alternative bleibt ansonsten nur der strategische Konkurs.


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