Michael Mayer

Dr. habil. Michael Mayer, freier Autor und Privatdozent für Medienwissenschaft an der Universität Potsdam.
Publikationen: „Humanismus im Widerstreit – Versuch über Passibilität“, Wilhelm Fink Verlag, München 2012. „Tarkowskijs Gehirn. Essay zur Aktualität des Kinos“, transcript Verlag, Bielefeld 2012. „Zone. Medienphilosophische Exkursionen“, 2012.
2012
Mai
Noch ein Buch über Caspar David Friedrich? Allerdings! Die Studie von Johannes Grave zeigt den Romantiker als Bildkritiker im Bild und demonstriert damit seine herausragende Aktualität.
März
„Kultur & Gespenster“ ist die Zeitschrift der Stunde. Der Titel der aktuellen Ausgabe – „Stabile Seitenlage“ – passt zum Kreuzfahrt- wie zum Kreativsektor.
Mit seiner Anthologie französischer Bildtheorien revidiert Emmanuel Alloa das Vorurteil einer typisch französischen Visualitätsfeindlichkeit.
Februar
Unter dem vielsagenden Titel „Freunde von Freunden“ ging 2009 eine Website der Berliner Kreativszene online. Jetzt kommt das Buch zum Netzwerk. Doch über ein beliebiges Potpourri der Namen und Orte geht es nicht hinaus.
Januar
Die Geschichte des Bildes ist eine Geschichte von Bilderverehrung und Bildersturm. Stefan Ripplinger sucht eine dritte Position. Und findet sie: den Bildzweifel.
2011
Dezember
Die Konkurrenz ist groß. Auch in der Kunst. Christian Janecke entlarvt die Maschen, mit denen Künstler um die Gunst des Publikums buhlen.
Oktober
Thomas Becker diagnostiziert den epochalen Wandel zwischen unseriöser Alltags- und seriöser Hochkultur.
September
Fragen der Präsentation, der Gestaltung und des Stils sind auch für nüchtern daherkommende Theorien bedeutsam.
Wir leben in unruhigen Zeiten. Zeiten für politische Kunst? Ein aufwendig ausgestatteter Sammelband zeigt ein breites Potpourri politischer Positionen rund um den Globus.
Mai
Kunst interessiert keine Sau? Wirklich nicht? Sandra Danicke hat einen lesenswerten und angenehm unverkrampften „Ratgeber“ für den Kunstmuffel geschrieben. Ein anderer Ratgeber eigens für Künstler, die sich durch Social Networks am Markt besser platzieren möchten, kommt vom Fachverlag für den Kunstmarkt. Möge es nützen!
März
Mehr als achtzig Jahre nach seinem Tod ist Aby Warburg prominenter denn je. Und doch entzieht sich seine Gestalt hartnäckig ihrer Verortung und Historisierung. In einer in jeglicher Hinsicht gewichtigen Studie zeigt Georges Didi-Huberman, warum das so ist und seine Richtigkeit hat.
Steffen Dengler rekonstruiert vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs die Kunstrezeption im geteilten und dann vereinigten Deutschland. Was sich spröde anhören mag, ist höchst interessant, meint Michael Mayer. Denn Denglers politische Kunstgeschichte entzieht der ideologisch motivierten Abwertung der DDR-Kunst schlicht den Boden.
Februar
Horst Bredekamp wagt sich an eine große Frage. Das ist aller Ehren wert, meint unser Rezensent, vermisst aber nicht nur eine überzeugende Antwort, sondern auch die Auseinandersetzung mit der bildwissenschaftlichen Avantgarde unserer Tage.
2010
Gelungen in der Lebensbeschreibung, enttäuschend in der Wissenschaft: Jean-Michel Palmiers voluminöser Band zu Walter Benjamin.
Januar
Thierry de Duve ist einer der meistgelesenen aktuellen Kunsttheoretiker. Nun überrascht er mit Reflexionen über das Christentum.
2009
November
Die Ausstellung „Taswir“ im Berliner Martin-Gropius-Bau will eine Umstellung des westlichen Blicks auf die islamische Kultur, indem sie unser Bild von der Moderne befragt.
Juli
Bilder sind PR-Waffen. Auch in der Wissenschaft. Die Publikation „Frosch und Frankenstein“ spürt dem nach. Allerdings vergisst das Buch, nach dem Wesen der Bilder zu fragen.
Mai
Mit fünfzehn Jahren wurde Thomas Geve aus Buchenwald befreit. Mit sich nahm er Zeichnungen, die er vom Konzentrationslager angefertigt hatte. Diese wurden nun publiziert.
März
Die Filme von Alfred Hitchcock sind wahrlich Klassiker. Nun zeigt eine Ausstellung in der Deutschen Kinemathek den kollektiven Apparat, der dahinter steht. Besonders spannend: die Storyboards.
Es gibt Bücher, deren Thema so philosophisch wie lebensnah ist: Jacques Derrida und Jean-Luc Nancy denken über das Berührtwerden nach.
Februar
Bill Viola hat nicht nur Anhänger, sondern auch Verächter. Die Selbststilisierung des Künstlers trägt zu dieser Skepsis bei.
Manche Museen hätten eine Wagnisförderung verdient. In Siegen riskieren ein paar Kuratoren einen langen Blick auf die optischen Apparaturen von Werner Nekes.
Januar
Christoph Menke hat ein wertvolles Buch geschrieben, das die Ästhetik wieder ernst nimmt – und dabei leider die künstlerische Praxis verfehlt.
Berlin zelebriert den „Kult des Künstlers“. Doch in erster Linie feiern die Museen sich selbst. Bei so viel Beweihräucherung bleibt die Auseinandersetzung mit Kunst auf der Strecke.
2008
Dezember
Von Albrecht Dürer bis zum real existierenden Kunstmarkt. Die Bücher unserer Autoren haben den Kunstbetrieb im Blick.
November
So mancher wollte schon ihr Sterbeglöcklein läuten. Doch die Kunstgeschichte lebt – behaupten jedenfalls ihre Vertreter und wenden sich beherzt der Gegenwartskunst zu. Mit Erfolg?
Oktober
Dass das Sehen eine Geschichte hat, pfeifen die Spatzen längst von allen Dächern. Ein Sammelband entwirft eine Geschichte seiner Modernisierung.
Wenn Philosophen kuratieren, werden aus Ausstellungen theoretische Fallbeispiele. Für Lyotards Projekt „Les Immatériaux“ liegt nun eine neue Deutung vor.
September
Der Dernier Cri in der Kunst ist der Tabubruch im Umgang mit dem Tod. Ein Vergleich mit der Kunstgeschichte verrät einen erstaunlichen Reflektionsverlust.
August
Berühmt wurde Jean Baudrillard durch seine Thesen zum Verschwinden der Grenzen zwischen Realität und Fiktion. In seinem letzten Text entwickelte er sie zur Bildtheorie weiter.
Juli
Wer alles sieht, sieht nichts. Paul Virilio stellt die Kunst vor die Alternative, blindlings mitzutun oder sich auf die Materialität der Körper zurückzubesinnen.
Juni
Eine Publikation zum Werk des belgischen Medienkünstlers David Claerbout zeigt ihn auf seiner überaus subtilen Suche nach der Wirklichkeit von Zeit.
Dass Eitelkeit auch dem Philosophen zum Fluch gereichen kann, lernt man an Alain Badiou und seinem Konzept des Affirmationismus.
April
Vier Fotografien, im Sommer 1944 von Häftlingen in Auschwitz heimlich aufgenommen, machen sichtbar, was bislang als undarstellbar galt.
Wie wird der Blick zum Bild? Hans Belting führt in seinem neuen Buch unsere Perspektive auf ihren Ursprung zwischen Orient und Okzident zurück.
März
Louis Marin zeigt, dass Bild und Macht einen unauflöslichen Zusammenhang bilden. Das hat Konsequenzen auch für die akademische Bildanalyse.
Nachdem eine kommunale Ausstellung mit anti-islamischen Klischees kokettierte, protestierten erregte Nachbarn. Dennoch werden Klischees nicht zu guter Kunst.
Februar
Jean-Louis Déotte beschreibt die Erfindung der Zentralperspektive als den entscheidenden Gründungsakt der Neuzeit.
2007
November
Erschreckend harmlos präsentieren sich in der Berliner Nikolaikirche Vorschläge zur Gestaltung eines Denkmals für die friedliche Revolution im Herbst 1989.
Oktober
Die Künstlerin und Kuratorin Yael Katz Ben Shalom gründete mit Artneuland in Berlin einen Ort des Trialogs zwischen Judentum, Christentum und Islam. Michael Mayer sprach mit ihr.
Kardinal Meisners Kritik an einer Kunst und Kultur, die „entarte“, wenn sie sich von kultischer Gottesverehrung abkopple, hat erwartungsgemäß für Empörung gesorgt.
September
Über Deleuzes Verhältnis zur Kunst sprechen, heißt über Deleuze sprechen. Ein Sammelband macht die Probe aufs Exempel.
Juni
Die Akademie der Künste verspricht „Kino wie noch nie“. Kann sie dieses Versprechen einhalten?
April
Die Berliner Galerie parterre zeigt jüngere Arbeiten des Malers Johannes Lacher.
Ist Kunst möglich? Das artnet Dossier zur Aktualität des französischen Philosophen Jean-François Lyotard für die Kunst.
Die Akademie der Künste wartet an ihren beiden Berliner Ausstellungsorten mit einer großen Ausstellung über den Raum auf.
März
Der Band „Das Leben der Dinge“ verfolgt die Idee des Stilllebens in der Fotografie am Beispiel der Sammlung Dietmar Siegert.
Februar
An insgesamt 26 Bildern entfalten Jean-Luc Nancy und Federico Ferrari ihre Miniaturen zur „Haut der Bilder“ und zeigen: Das Anliegen des künstlerischen Aktes ist die Nacktheit selbst.
Thomas Hecken untersucht in seinem Buch den Zusammenhang zwischen Avantgarde und Terrorismus und reicht zum Verdacht das Material.
Januar
Susanne Reimnitz und Thomas Wöhrmann in einer gemeinsamen Ausstellung in der Galerie Grashey, Konstanz
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