Marcus Woeller

2012
Juni
Sie bedient alle Gattungen, will jedoch selbst keine sein. In Barcelona hat die Videokunst mit der LOOP Fair seit zehn Jahren eine Messe ganz für sich allein.
Mai
Zwischen Sanktion, Selektion und Santa Maria: Die Londoner Lisson Galerie hat eine Dependance in Mailand eröffnet. artnet traf Direktorin Annette Hofmann zum Interview.
April
Douglas Gordon zeigt bei Niels Borch Jensen die perfekte Schönheit der letzen totalen Sonnenfinsternis – als mediales Phänomen.
Fern von Political Correctness aber dem Himmel so nah: Diane Arbus‘ Aufnahmen von Outsidern zählen zu den Highlights des Gallery Weekend Berlin.
Der Wettbewerb wird härter. In Norditalien buhlen gleich drei Messen um die Gunst der Kunstkäufer. Frank Boehm, neuer Chef der MiArt, zeigt sich optimistisch.
Februar
Die Galerie Andrae Kaufmann lässt Minimal Art und Konzeptkunst aufleben. Von Sol LeWitt bis Kitty Kraus beantworten Künstler die Frage nach dem Raum immer wieder neu.
Ricarda Roggan setzt bei Eigen + Art Videospielgeräte wie prähistorische Überreste in Szene.
2011
September
Bei Peter Stauss hat sich die Skulptur in die Malerei eingeschlichen und das Tier in die Skulptur. Bei carlier | gebauer zelebriert er nun erstmals den narrativen Overkill.
April
Nairy Baghramian lädt zum „Formage de tête“: ein Wortspiel über Formen und Formungen, wie sie beim Reifungsprozess von Käse oder Gedanken auftauchen. Die iranische Künstlerin, die seit den 1980er-Jahren in Berlin lebt, zeigt sich hier von ihrer selbstironischen Seite – ohne freilich ihre Ernsthaftigkeit aufzugeben.
Bye, bye, Arschgeweih: Mit der Ausstellung „As Long as It Lasts...“ geben die Kuratoren Aric Chen und Josee Lepage bei Arratia, Beer der Tätowierung ihren Status als beständiges Zeichen der Kunst zurück.
Er zerlegte einen Citroën DS, versah einen Totenschädel mit Karomuster und spürte in Berlin gelbe DDR-Roller auf, um ihnen einen Zwilling zur Seite zu stellen: Gabriel Orozco ist ein Interventionskünstler par excellence. Die Londoner Tate Modern zeigt nun seine große Retrospektive.
In Los Angeles tut sich was. Seit einiger Zeit mehren sich die Anzeichen, dass die Megalopolis, oder besser: Teile davon, sich zu einem neuen Hot Spot der Kunstproduktion entwickeln. Kein Wunder, schließlich kann L.A. bereits auf über ein halbes Jahrhundert Kunstgeschichte zurückblicken.
März
Sheikha Hoor al-Qasimi hat eine Vision: eine nachhaltige, soziale Kulturpolitik. Die Direktorin der 10. Sharjah-Biennale, Künstlerin und Prinzessin, hält nichts von einer affektierten Kunstszene ohne Ernsthaftigkeit. Schließlich sollte es nie um die Person gehen, sondern nur um die Kunst.
Februar
Katja Strunz reibt sich an den Vätern der Moderne. Das sieht man ihren Skulpturen, wie sie bei CFA ausgestellt sind, an: Verletzt, versehrt, verbogen wirken sie wie Untote, die von vergangenen Zeiten erzählen.
Januar
Wade Guyton haucht Albertis Paragone neues Leben ein: Per Wettstreit zwischen Druckerpatrone und Konzeptkunst produziert der Künstler Schlieren und Spritzer und erhebt den Fehler zum System. Dass das ziemlich spröde aussehen kann, zeigt seine aktuelle Ausstellung bei Capitain Petzel.
Die frühere Jüdische Mädchenschule in Berlin-Mitte hat einen neuen Mieter – und die einst legendäre Auguststraße einen neuen Hoffnungsträger: Galerist Michael Fuchs. Schon in einem Jahr will er hier Künstler, Galeristen und Sammler einziehen lassen.
Er gilt als Heiland der Youtube-Generation: Cory Arcangel geht der Essenz von Photoshop und Amateurfilmen auf den Grund und hält der jüngsten Zeitgeschichte den Spiegel vor.