Jonathan Meese
Ahoi de Angst, 1998
Installationsansicht bei der 1. Berlin Biennale, 1998
Foto: Jochen Littkemann
Courtesy of Contemporary Fine Arts
28. Februar 2008
Kunst kann man nicht machen, weil sie der automatische Ausdruck einer geradezu göttlichen Allmacht ist, einer Totalität, die den Künstler als ihr Werkzeug einzusetzen weiß. Das ist die zentrale These der jüngsten Manifeste Jonathan Meeses, der seine prophetische Attitüde ebenso wirkungsbewusst wie marktwirksam in Szene setzt. So erscheint auch der artnet Questionnaire wie der Ausdruck einer Selbstbeschwörungsformel: Die Kunst ist total, das Individuum mickrig. Die Unentscheidbarkeit, ob Meese dies sagt oder ob er es spielt, mag ein Teil seines Erfolgsgeheimnisses sein.