2. Juni 2005
Wang Shugang
Zentrales Thema in den Arbeiten des chinesischen Künstlers Wang Shugang (geboren 1960) sind die rasanten Veränderungen der letzten Jahre in China, die unter anderen auch seine Heimatstadt Peking in kürzester Zeit zu einer anderen Stadt haben werden lassen. Dem Künstler geht es dabei aber nicht um den fortschrittstrunkenen Blick nach vorn, sondern eher um die ideellen Trümmerfelder und den drohenden Gesichtsverlust. Geradezu symbolisch zieht sich durch seine Licht- und Skulpturinstallationen die Farbe Rot: „Die chinesische Fahne, die Mauern der Tempel, die Mäntel der buddhistischen Mönche, aber auch die Kleidung einer Braut sind rot. Wenn ich den Schornstein auf dem Dashanzi-Gelände rot aufleuchten lasse, dann aktualisiert dieses Licht sowohl die Geschichte des Areals in der Maozeit, die Aufbruchsstimmung der freien Kunstszene an diesem Ort Ende der 1990er Jahre, aber gleichzeitig auch meine Trauer über die Wucht der Kommerzialisierung, durch die dieser Ort gerade wieder sein Gesicht verändert.“
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Ulrike Münter