14. Dezember 2011
Cedric Christiani ist der Jungspund unter den Berliner Sammlern. Seit rund zehn Jahren lebt der Spross und Geschäftsführer einer Aachener Wasseraufbereitungsdynastie in Berlin. Seine Geschäftsreisen versüßt sich der 32-Jährige mit Besuchen von Ausstellungen, Galerien und Kunstmessen. Ihn muss die Kunst vor allem spontan packen, später sucht er dann den Kontakt zu den Künstlern selbst, die meist aus seiner eigenen Generation stammen. Wenn Christiani nicht gerade Kunst sammelt, begeistert er sich für Design und Architektur.
artnet: Herr Christiani, wann ist Ihre Sammelleidenschaft ausgebrochen?
Cedric Christiani: Kunstbegeistert bin ich schon lange, aber mein erstes Werk habe ich 2005 auf der Art Cologne erworben. Ehrlich gesagt ging es mir ganz am Anfang darum, meine Wohnung zu gestalten. In den weiteren Jahren bin ich dann über Ausstellungen, Galerien und Kunstmessen immer tiefer in die Kunstwelt vorgedrungen und habe nun viele Galeristen und Künstler in meinem privaten Freundeskreis. Heute kann ich mir ein Leben ohne Kunst gar nicht mehr vorstellen.
Und was für Kunst muss das sein?
Ich habe bis jetzt eigentlich alle Werke aus dem Bauch heraus gekauft. Die Kunst muss mich emotional berühren und eine Verbindung zu mir herstellen. Einen genauen Schwerpunkt habe ich in meiner Sammlung nicht gesetzt. Dabei sind Arbeiten von Jorinde Voigt, Zhivago Duncan oder Fabian Seyd fester Bestandteil meiner Sammlung. Ich sammele vor allem Kunst meiner eigenen Generation.
Ein Beispiel für ein Werk, das Sie emotional besonders berührt?
Am meisten hat es mir eine Arbeit von Astrid Klein angetan. Die habe ich 2006 das erste Mal auf der Art Basel bei Sprüth Magers gesehen und es hat dann nochmals zwei Jahre gedauert, bis ich das Bild dann gekauft habe. Die Fotoarbeit aus der Gruppe „Les tâches domínícales“ ist in meinem Geburtsjahr 1979 entstanden und hat mich vom ersten Tag an gepackt. Letztes Jahr hatte ich bei einem Dinner das große Glück, die Künstlerin privat kennenzulernen. Durch diese Begegnung ist mir das Bild noch näher ans Herz gewachsen.
Auf was für eine Größe bringt es die Sammlung bisher?
Die Sammlung besteht zurzeit aus circa 30 Arbeiten, wobei ich natürlich versuche, mit der Kunst im Alltag zu leben. In meiner Wohnung und meinem Büro sind die Wände dicht, aber bevor ich etwas einlagern werde, geht das eine oder andere Stück als Leihgabe an Familie oder Freunde. Manche Werke benötigen einfach ein wenig mehr Platz um die volle Wirkung zu entfalten. Ich finde es wichtig, dass der Kunst dieser Platz auch eingeräumt wird.
Und denken Sie an eine Erweiterung?
Immer! Ich besuche sehr viele Galerien, vor allem in Berlin und habe das Glück,
durch meinen Beruf auch viele internationale Kunstmessen besuchen zu können. Ich schätze die Vielfalt von Kunst, die man auf den Messen in kurzer Zeit sehen kann. Die Einkäufe tätige ich dann aber meist erst im Anschluss an die Messen mit den ganzen Parties – wenn der Kater vorüber ist.