Hans-Jürgen Hafner

Hans-Jürgen Hafner (geboren 1972 in Freystadt/Opf.) arbeitet als Kunst- und Musikkritiker und macht Ausstellungen. Er lebt in Berlin.

2008
Juli
In der aktuellen Kunstproduktion sind Rückwärtsmanöver äußerst beliebt - wie der Neustart des Neuen Berliner Kunstvereins einmal mehr beweist.
Elke Krystufeks neue Arbeiten bei Barbara Thumm tarnen sich nicht mehr im Licht der Überoffensichtlichkeit, sondern offenbaren einen Lernprozess.
Juni
Der Berliner Projektraum Jet zeigt eine Retrospektive Chris Reineckes und gleicht so das Versäumnis weit größerer Institutionen aus.
Mai
Ein Brite unter deutscher Flagge in Venedig? Die Problematik dieser Entscheidung liegt im ästhetischen, nicht im nationalistischen Argument.
Die Ergebnisse seiner intensiven Recherchen auf dem Gebiet des erweiterten Malereibegriffs zeigt Lois Renner derzeit bei Kuckei + Kuckei in Berlin.
Mit seinen klebenden Buchstaben-Werken nimmt der amerikanische Künstler John Knight den Münchner Galerieraum von Rüdiger Schöttle in Besitz.
April
Was stimmig aussieht, ist nicht automatisch gut. Das gilt auch dann, wenn die unendlichen Möglichkeiten der Kunst alles zu erlauben scheinen.
Kunst ist eine flexible Alleskönnerin, die zwischen den Diskursen tanzt. Die 5. berlin biennale aber fällt zurück in die Trennung zwischen Objekt und Denken.
Die Form ist mit einer Hauptrolle zurück auf der künstlerischen Bühne. Das Konzept spielt da schnell die Rolle der Komparserie.
März
Wenn Designer Kunst machen, siegt oft die visuelle Bequemlichkeit über die Komplexität. In München wird so nun auch die große Politik domestiziert.
Mode lebt vom Schock der Nuance, der überraschenden Variation im Einerlei des Gleichen. Mehr und mehr ahmt Kunst die Mode nach.
Februar
In der Berliner Wilde Gallery versuchen die Kanadier Noam Gonick und Luis Jacob eine künstlerisch-utopische Reaktivierung des goldenen Zeitalters.
Anderswo werden Bilder zum Look verschweißt und geglättet. Bei Susanne Paesler entsteht aus dem Interesse am Bild Distanz.
2007
Dezember
Was macht die Wiederholung zur Kunst? Sven Drühl zeigt in seiner Falkenrot-Preisträgerausstellung Malerei über Malerei.
November
In Guido W. Baudachs mächtiger Berliner Industrie-Etage inszeniert Markus Selg eine überzeugende Schau, ohne dabei in die Spektakelfalle zu geraten.
Juli
Und wenn wir die documenta nur falsch verstanden hätten? Liest man den Kasseler Ausstellungsparcours mit Louise Lawler, erscheint der kuratorische Ansatz modern.
„Ist die Moderne unsere Antike?“. Ein Großteil der documenta 12-Theorien ist bei dem englischen Kunsthistoriker Timothy J. Clark entliehen.
Mai
Die Pioniertaten des dänischen Künstlers Poul Gernes wurden vor einigen Jahren von Cosima von Bonin wieder entdeckt.
Mit seinen visuellen Gesten zwischen Abstraktion und Konvention bespielt Wade Guyton die Räume von Gisela Capitain in Köln.
Das Amsterdamer Stedelijk Museum CS widmet dem US-amerikanischen Jung-Künstler Paul Chan die erste große Museumsausstellung in Europa.
2006
Juni
Anton Stankowski ist eine Schlüsselfigur der modernen visuellen Kommunikation. Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt eine umfassende Retrospektive.
Die Stuttgarter Galerie manus presse widmet dem amerikanischen Kunst-Allrounder William N. Copley eine kompakte Retrospektive.
Mai
Im Münchner Lenbachhaus konzipierte Nicolaus Schafhausen „Bühne des Lebens – Rhetorik des Gefühls“.
April
Um Brechungen außerhalb der Malerei geht es bei Stephan Jung in der Stuttgarter Galerie Reinhard Hauff.
März
Kunstgeschichte und Kulturtrash mischt Thomas Zipp ziemlich souverän bei Guido W. Baudach in Berlin.
Februar
Kunst und Politik - Manuel Eitners Schau „Rechtzeitigzuspät“ bei SixFriedrichLisaUngar in München.
2005
November
Soeben ist in Wien der zweite Part der auf drei Teile angelegten „Welfare Show“ des Künstlerduos Elmgreen & Dragset zu Ende gegangen.
Als gewagte Kombination zeigt die Berliner Galerie Kienzle & Gmeiner Gary Stephan, John Miller und Klaus Merkel in einer gemeinsamen Ausstellung.
Die zu den letzten Arbeiten des dänischen Künstlers gehörende „Little Rosa“ ist in der Berliner Dependance der Münchner Galerie Ben Kaufmann zu sehen.
Oktober
Auch bei Rirkrit Tiravanijas magazin station no. 4 wurde in der Galerie neugerriemschneider wieder gekocht und Singha-Bier getrunken. Also alles beim Alten und soweit in Ordnung?
„Temporary Import“ heißt die Show. Sie will als messenahe Initiative die lokale Szene nicht nur über den „Markt“, sondern auch über eine angehängte Ausstellung sichtbar machen. Keine schlechte Idee, wenn’s funktioniert.
August
Was ist bloß mit der Institutionenkritik passiert? Koenraad Dedobbeleers Installation zeigt’s in der Georg Kargl BOX in Wien.
Behauptungswillen und malerisches Selbstbewusstsein zeigen die neuen Arbeiten von Werner Büttner in der Frankfurter Galerie Bärbel Grässlin.
Juli
Zeitgeistig oder nur langweilig? Die „Neue Romantik in der Kunst der Gegenwart“ präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt.
Das filmische Kammerspiel des Künstlerduos Jeroen de Rijke / Willem de Rooij im Niederländischen Pavillon auf der Venedig Biennale.
Die von Rosa Martínez kuratierte Biennale-Schau in Venedig verliert sich in thematischer Unverbindlichkeit und Rundum-Glätte.
Juni
Im luxemburgischen Pavillon im Ca‘ del Duca parodiert Antoine Prum die Mondo Veneziano.
Die Sammlung Ricke verlässt zum Oktober das Neue Museum Nürnberg. Die „Cologne Art Investment Ltd.“ mit Sitz in Dublin verlangte eine Kaufentscheidung des Museums bis zum Ende des Jahres. Daraufhin kündigte der Direktor Grisebach die auf acht Jahre angelegten Leihverträge vorzeitig. Erst 2002 war die Sammlung der Öffentlichkeit präsentiert worden.
Gelungene Parallelaktion: Das Musuem Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien und das Kunsthaus Graz widmen sich dem enormen Werk von John Baldessari.
Farbflächen, Strukturen, Filmaufnahmen verschmilzt Jeremy Blake zu einem unaufhörlichen Fluss von Bildern in der Münchner Galerie Tanit.
April
Hochgradig atmosphärisch zieht uns die Retrospektive im Eindhovener Van Abbemuseum hinein in das Werk von Stanley Brouwn.
März
Die Reisen Rémy Markowitschs in Welten zwischen Text und Bild zeigt die Nürnberger Kunsthalle.
2004
Dezember
In der Münchner Galerie Ben Kaufmann zeigt der Künstler seine Soloschau – erstmals in Deutschland.
Zweimal Wien: Angela Bulloch bei Engholm Engelhorn und Josephine Pryde in der Secession.
Generations on the Move – so das Motto des diesjährigen internationalen Medienfestivals „Viper“ in Basel.
November
Das Künstlerduo erschließt sich mit seiner Solo-Schau in Leipzig neues Terrain.
„Kunst“ - na sicher. Aber „engagiert“? Als nicht ganz unproblematisch entpuppt sich die Schau im Neuen Museum Nürnberg.
September
Exotismus und Malerei. Peter Doig segelt im Kielwasser der Malereigeschichte.
Kunst oder Geisterbahn? Mit einem ebenso skurrilen wie obskuren Themen-Tableau holt Mike Kelley das Unheimliche ins Wiener Museum Moderner Kunst (MUMOK).
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