24. März 2005
Das Begehren der Kunst im Kernschatten des Kreuzes, das einmal nicht als T-Träger heilsökonomischer Dividendenausschüttung funktioniert, wäre ein Begehren nach Erde, nach Asche und Staub, nach Gras. Mit anderen Worten: Kunst ist, wenn sie ist, vor allem: Denken. Eine ganz eigene und auf andere Praktiken irreduzible Akrobatik des Denkens. Und dieses Denken wäre Denken-des-Fleisches? – Sie wäre so wenig „Erlebnis“ wie „Konzept“. Aber wir sind ja noch längst nicht da. Wir sind im „Orbit des Imaginären“, völlig losgelöst, über den Wassern, und wir begreifen es nicht. Wir begreifen nicht, dass dieses Fleisch, dieser Logos, gemartert und geschlachtet wurde. Weshalb es hohe Zeit wäre, damit ernst zu machen. Mit dem Eklat des Todes Gottes.