Gallery Weekend Berlin 2011

Zum siebten Mal findet in Berlin das Gallery Weekend statt. Vom 29. April bis zum 1. Mai laden 44 Galerien die internationale Kunstszene zu sich ein. Mit rund 60 Künstlern machen sie Berlin wieder einmal zum Hotspot des aktuellen Kunstgeschehens. artnet ist Medienpartner des Gallery Weekend Berlin.


Bei der Welcome-Reception in der italienischen Botschaft feierten rund 650 Gäste den Auftakt zum Gallery Weekend Berlin zwischen Food-Art und Murano-Leuchtern.

Der Auftakt des Gallery Weekend Berlin hätte kaum besser laufen können. Zu früher Stunde konnten sich Sammler, Künstler und Galeristen noch auf die Kunst konzentrieren – später stiegen dann die Partys. artnet war für Sie dabei.

Rosa Barba zählt zu den spannendsten Filmkünstlerinnen dieser Zeit. Geboren in Agrigent auf Sizilien, entwirft sie Lichtskulpturen und poetisch-absurde Geschichten, in denen Wahrheit und Fiktion ineinander übergehen - etwa die Evakuierung des Vesuvs oder den Plan, das Abdriften einer schwedischen Insel vom Festland zu stoppen. artnet hat sie in ihrem Kreuzberger Atelier besucht.

Diese Ausstellung sollte man einplanen: In der Galerie KOW werden Cady Noland und Santiago Sierra gegenübergestellt, die so noch nie zusammengedacht worden sind. Was erstaunlich ist. Denn beide widmen sich einer vergleichbaren Problematik: der realen und sozialen Gewalt in den kapitalistischen Gesellschaften.

Eins ist nun gewiss: Ai Weiwei wird nicht wie geplant an der Eröffnung seiner Ausstellung teilnehmen. Speziell für die Räume der Galerie neugerriemschneider hatte Ai aber bereits im Dezember letzten Jahres zwei völlig neue Arbeiten konzipiert. Nun kann das erste Mal auf der gartenähnlichen Installation Platz genommen werden.

In Holland hängt er in allen Museen, doch hierzulande ist Ger van Elk nur Konzeptkunst-Experten ein Begriff. Das dürfte sich jetzt ändern. Denn der 70-Jährige gibt gerade sein längst überfälliges Debüt in Berlin. Einst enger Freund von Bas Jan Ader, teilt er seinen Werkansatz mit dem im Pazifik verschollenen Künstler-Künstler, der Sol LeWitts kalte Konzeptkunstthesen mit romantischen bis tragikomischen Inhalten auffüllte.

John Bock steht für überbordende, raumfüllende und grotesk auswuchernde Installationen. Doch plötzlich ist alles anders: In der Galerie Klosterfelde geht es gespenstisch still zu – bis zu dem Moment, in dem sich Türen, Fenster und Fußleisten selbstständig machen.

Bye, bye, Arschgeweih: Mit der Ausstellung „As Long as It Lasts...“ geben die Kuratoren Aric Chen und Josee Lepage bei Arratia, Beer der Tätowierung ihren Status als beständiges Zeichen der Kunst zurück.

Gerwald Rockenschaubs Kunst ist Gleitmittel fürs Auge. Der Blick rutscht herum auf seinen aalglatten, knallbunten Icons, die der Wiener Neo-Geo-Pionier am Computer entwirft. Mit zehn von ihnen hat er nun eine ganze Wand bei Mehdi Chouakri bestückt.

Nairy Baghramian lädt zum „Formage de tête“: ein Wortspiel über Formen und Formungen, wie sie beim Reifungsprozess von Käse oder Gedanken auftauchen. Die iranische Künstlerin, die seit den 1980er-Jahren in Berlin lebt, zeigt sich hier von ihrer selbstironischen Seite – ohne freilich ihre Ernsthaftigkeit aufzugeben.

Von Malewitsch bis Supermann: Andy Hope 1930 entfaltet bei Guido W. Baudach sein bekanntes Panorama aus Mythenträgern des 20. Jahrhunderts. Doch der Mix aus Fremdmaterial geht über die Beschwörung einer kulturellen Bruchstelle nicht hinaus.

Für die einen ist es noch Konzeptkunst, für die anderen schon Skulptur: Die schwedische Künstlerin Nina Canell besticht mit Materialien, die in Auflösung begriffen oder bereits in einen anderen Zustand übergetreten sind. Was an Laborversuche erinnert, führt allerdings nicht zu eindeutigen Beweisen – sondern versetzt Raum und Gedanken in Schwingung.

Wenn Sie schon immer wissen wollten, mit welcher Kunst Galeristen eigentlich zu Hause leben, dann sind Sie hier richtig: Am Vorabend des Gallery Weekend Berlin geben acht von ihnen per Schnappschuss Einblick in die Lieblingsecken ihrer Wohnungen.

44 Berliner Galerien laden zum Gallery Weekend: Mit rund 60 Künstlern ist die Hauptstadt vom 29. April bis zum 1. Mai wieder Hotspot der aktuellen Kunstszene. Folgen Sie den Links für alle verfügbaren Informationen auf artnet.

In gut drei Wochen startet das Gallery Weekend Berlin zum siebten Mal. Mit 44 Galerien sind mehr Teilnehmer denn je dabei – womit sich ein unumstrittener Höhepunkt des Jahres in der Berliner Kunstszene etabliert hat. Die Vorbereitungen werden aktuell von dem Skandal um die Festnahme Ai Weiweis begleitet.