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William Henry Fox Talbot
The ladder, 1840 - 1849
Medium Calotype
17,2 x 18,4 cm
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Kalotypie bzw. Talbotypie (1840 – ca. 1865)

Das von dem Engländer William Henry Fox Talbot (1800-1877) entwickelte, älteste Negativ-Positiv-Verfahren bildet (im Gegensatz zur Daguerreotypie) die entscheidende gedankliche wie technische Grundlage der Fotografie im Sinne eines auf beliebige Vervielfältigung ausgerichteten Bildmediums. Bei der Kalotypie wurde dünnes Schreibpapier sowohl für das Negativ als auch das Positiv gleichermaßen präpariert: Zunächst legte man es in eine Kaliumjodid-, dann in eine Silbernitratlösung, wobei sich das lichtempfindliche Silberjodid bildete. Der so entstandene Bildträger wurde anschließend mehrere Minuten in der Camera obscura belichtet und ein latentes (nicht sichtbares) Bild entstand. Dann wurde das Negativ in einer Lösung aus Gallussäure und Silbernitrat entwickelt, mit Natriumthiosulfat fixiert, gewässert und getrocknet. Von diesem Negativ konnten beliebig viele Kontaktkopien hergestellt werden. Allerdings musste das Chlorsilberpapier (Salzpapier) – je nach Jahreszeit und Witterung – einige Minuten bis Tage lang dem Tageslicht ausgesetzt werden. Die Salzpapier abzüge von Papiernegativen weisen eine raue Textur auf, da Fasern des Negativs vom Positiv aufgenommen werden, wodurch die charakteristischen weichen bis unscharfen Konturen entstehen. Der Begriff Kalotypie wird (anders als von Fox Talbot) auf dem Kunstmarkt nicht ausschließlich für die Negative, sondern auch für die Positive verwendet.