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Das artnet Fotoglossar

Eric Aichinger

Autochrome (1895 – ca. 1950)

Dieses von den Gebrüdern Lumière entwickelte Verfahren zur Herstellung einer Farbaufnahme mit nur einer einzigen Platte markiert den Beginn der Farbfotografie. Autochrome funktionieren, wie alle anderen Korn- oder Linienrasterverfahren, nach dem Prinzip der additiven Farbmischung. Auf einer Glasplatte werden mikroskopisch kleine Kartoffelstärkemehlkörner aufgebracht, die zu gleichen Teilen in den Grundfarben rot, blau und grün eingefärbt sind; die Zwischenräume werden mit Ruß abgedeckt. Darüber wird eine lichtempfindliche panchromatische – das heißt für alle Farben und Spektralbereiche empfindliche – Emulsion gegossen. Belichtet wird durch die Rückseite der Platte, so dass das Licht durch die farbigen Körner auf die Emulsion trifft. Die Körner fungieren dabei als Farbauszugsfilter, die jeweils nur das Licht der Eigenfarbe auf die lichtempfindliche Schicht wirken lassen. Mittels der folgenden Umkehrentwicklung werden die belichteten Stellen lichtdurchlässig; eine Zweitbelichtung bewirkt, dass sich alle übrigen Partien schwarz einfärben. Charakteristisch für das so entstandene Farbbild ist die malerische, pointillistische Anmutung.
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