Alfred Stieglitz Horses, 1904 - Medium photogravure, mntd 7,2 x 9 in. / 18,2 x 22,8 cm
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Fotogravüre bzw. Heliogravüre (1879 bis heute)
Im Rahmen dieses fotomechanischen Tiefdruckverfahrens wird eine erwärmte Kupferplatte mit Kolophonium- oder Asphaltpulver eingestäubt, das ungleichmäßig schmilzt und dadurch ein unregelmäßiges Raster bildet. Es folgt das Auftragen einer Gelatineschicht und deren Sensibilisierung durch das Bad in einer Kaliumdichromat-Lösung. Nach der Belichtung mit einem orginalgroßen Diapositiv findet die Entwicklung in warmem Wasser statt. Die belichteten Partien der Chromgelatine härten aus, während unbelichtete Teile auswaschbar bleiben: Ein Gelatinerelief entsteht. Bei der folgenden Ätzung mit Eisenchlorid bilden sich – abhängig von der Reliefstärke – Vertiefungen unterschiedlichen Grades. Die Säure durchdringt die dünnen, kaum gehärteten Schichten der Gelatine schneller – wodurch das Kupfer länger geätzt wird und tiefere Rasternäpfchen erhält – als die dicken, stärker ausgehärteten Zonen. Dementsprechend nehmen die Vertiefungen unterschiedlich viel Farbe auf, was eine für die Fotogravüre charakteristische, differenzierte Wiedergabe von Halbtönen und kleinsten Details ermöglicht. Da das Verfahren die Reproduktion von bis zu 1000 Exemplaren erlaubte, eignete es sich auch für die Auflage kleinerer Zeitschriften. So wurde es bei der von 1903 bis 1917 durch Alfred Stieglitz editierten Zeitschrift „Camera Work“ angewendet.
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