27. Januar 2006
Das internationale Renommee Fang Lijuns zeigt sich an seiner Präsenz in bedeutenden Sammlungen wie der des Schweizers Uli Sigg, der Flick Collection und dem MoMA New York und die Auflistung von Fangs Ausstellungen in und außerhalb Chinas wäre ermüdend lang. Zunächst mochte man skeptisch sein, sich die zum Teil sehr großformatigen Arbeiten des 1963 geborenen Chinesen in den quantitativ recht begrenzten Räumlichkeiten des Berliner Kupferstichkabinetts vorzustellen. Jedoch ist es dem Leiter des Kupferstichkabinetts, Hein-Thomas Schulze Altcappenberg, dem Kurator Andreas Schalhorn und seinem Mitarbeiter Jasper Kettner gelungen, die Auswahl von Tuschearbeiten, Ölmalereien, Holzschnitten und einer Skulptureninstallation in einem überzeugenden Spannungsbogen zu inszenieren. Dabei entziehen sich Fangs Arbeiten dem Versuch, sie auf ein Label zu reduzieren und widersetzen sich in ihrem formal-stoischen Charakter jeder Subsumierung unter eine schmissige Schlagzeile.
Weitere Artikel von
Ulrike Münter