1. August 2007
Die
Stiftung Preußischer Kulturbesitz lud am 31. Juli zu einer Pressekonferenz, bei der die in den Kriegswirren verloren geglaubte Elfenbein-Gruppe von
Balthasar Permoser wieder in den Bestand des Kunstgewerbemuseums Berlin zurückgeführt wurde. Die Figurengruppe galt als kriegsbedingt verschollen, nachdem sie 1943 zusammen mit anderen Werken des Kunstgewerbemuseums aus dem Berliner Schloss zum Schutz vor Kriegsschäden zunächst in das Schloss Oegeln bei Beeskow (Brandenburg) ausgelagert worden war und schließlich beim Weitertransport im März 1945 in das Schloss Arolsen (Hessen) offenbar bei Melsungen verloren ging. Nur einen Monat später, im April 1945, wurden zwei teilweise beraubte Eisenbahnwaggons mit ausgelagerten Kunstwerken der Berliner Museen von amerikanischen Truppen auf offener Strecke sichergestellt und seit diesem Zeitpunkt galt die Elfenbein-Gruppe von Balthasar Permoser als verschollen.
Am 22. März 2005 nahm Sotheby’s New York den Kontakt mit der Berliner Sammlung auf, nachdem aus Privatbesitz die Skulpturengruppe Herkules und Omphale auf dem Kunstmarkt auftauchte. Da Auktionshäuser wie Sotheby’s eingelieferte Kunstwerke mit zweifelhafter Provenienz nicht in die Auktion geben, konnte mit Hilfe von Sotheby’s in New York die Rückführung der Permosergruppe in Absprache mit dem Einlieferer erfolgen. Dieser hatte schon 2005 nach dem ersten Kontakt mit den Staatlichen Museen angekündigt, das Kunstwerk gegen Zahlung eines Finderlohns zurückzugeben, wozu es schließlich auch kam. Über die genaue Höhe des Finderlohns hielt man sich auf der Pressekonferenz bedeckt. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, bestätigte lediglich, dass es sich um eine weitaus geringere Summe gehandelt habe, als die Skulptur auf dem Kunstmarkt wert gewesen wäre.
Balthasar Permoser (1651-1732) gilt neben Andreas Schlüter als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer des Barock. Einen besonderen Rang in seinem Werk nimmt die Elfenbein-Gruppe Herkules und Omphale ein, von der vier sehr ähnliche Fassungen bekannt sind. Zwei davon befinden sich im Grünen Gewölbe in Dresden (davon eine von Permoser signiert), eine dritte beherbergt die Eremitage in St. Petersburg und die vierte hat nun wieder im Berliner Kunstgewerbemuseum ihre Heimat gefunden, wo sie seit dem 31. Juli vom Publikum begutachtet werden kann.