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Kris Martin, Jon Pylypchuk
Vom 04.09.09 bis 08.10.09
Das Gewicht eines künstlerischen Gedankens zu wiegen, das wäre eigentlich ein prima Job für Kris Martins Künstlerkollegen Carsten Höller. Eigentlich ahnen wir aber auch so schon – gedankenschwere Kunst hat einen bedeutsameren Ruf als andere. Ein Blick auf seine bisherigen Arbeiten zeigt, dass alles Gedankenschwere Martin ziemlich leicht von der Hand geht. Das dürfte auch seinen raschen Erfolg im internationalen Ausstellungszirkus erklären. Martin hat es augenscheinlich mit den Symbolen. Mit Vanitas und Vergänglichkeit, mit den großen Registern der Kunst ist er auf Du und Du.
Das Sublime findet der Belgier noch im Allergeringsten. Etwa, wenn er uns dazu animiert, in der Einladungskarte zur aktuellen Schau, einem Stück Kleewiese, gegen alle Wahrscheinlichkeit einen vierblättrigen Glücksbringer zu entdecken. Selbst im ausstellungstechnischen Beiwerk präsentiert Martin noch einen Einfall, das gehört zu seinem Pflichtprogramm, effizienter wird er allerdings in der Kür. Für diese behält sich Martin die prätentiöseren Kunstgriffe, das wirkungsvollere Material, die aufdringlichere Symbolik vor. Da gibt es Metallkugeln mit tausendjährigem Selbstzerstörungsmechanismus (1000 Years, 2009). Da werden Schaffelle blutrot getränkt und zu einem Trophäenstapel aufgehäuft (Idiot X, 2009). Da wird das Innere eines Mönchsschädels aus dem Mittelalter mittels Kamerasonde erkundet. Diese liefert davon eine, natürlich, zwölfteilige Fotoserie mit merkwürdigen graubraunen Graten und staubigen Verwerfungen.
Es ist die Aura bedeutungsschwangeren Materials und ebensolcher Ikonografie, womit sich Martins Kunst auflädt. Wodurch sie an unser Bedürfnis zu staunen, zu spekulieren, zu schaudern appelliert. Konzeptuell, wie sie öfters beschrieben wird, ist diese Kunst auch dann nicht, wenn sie, wie in den Selbstzerstörungsankündigungen, den Warencharakter von Kunst zu unterminieren scheint. Solche erdenschweren Probleme spielen für den Kanadier Jon Pylypchuk und seine kauzig-komischen Fabelwesen, seine Parallelwelt des Abjekt-Grotesken, Gott sei Dank eine eher untergeordnete Rolle. In den Welten seiner Figuren möchte man auch nicht verharren, aber da man sie von irgendwoher zu kennen glaubt, bei anderen Künstlern ebenso schon gesehen hat wie bei den grotesken Theaterpuppenstückchen von MTV, geht von ihnen etwas Tröstlich-Bedeutungsleichtes aus.
Der geduldige Triumph der jungen Matisse
Totalitäre Tempel
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30 x Kunst im Rheinland: Die artnet Autoren rezensieren einen repräsentativen Querschnitt der Ausstellungen der Düsseldorf Cologne Open 2009. 30 internationale Positionen, kompakt beschrieben und bewertet.
People
Party in der Rheinterrasse
von Nick Ash 9. September 2009
Rauschende Party in erhabenem Umfeld: Die Düsseldorf Cologne Open 2009 feierten das Rheinland und die Kunst.
Kontext: DC Open
Initialen für die
Gürtelschnalle von Astrid Mania 1. September 2009
Im schnellen Kunstmarkt wandeln sich die Zeiten manchmal über Nacht. Das eben noch von Abwanderung bedrohte Rheinland erlebt einen überraschenden Aufbruch.
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