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„Photographs of the work of Peter Zumthor“ mit
Hélène Binet
Vom 04.09.09 bis 06.11.09
Das erste Foto der Welt war ein Architekturfoto. Es zeigt die verschwommene, aber doch erkennbare Ansicht eines Hofes und wurde von Nicéphore Nièpce im Frühsommer 1826 mit acht Stunden Belichtungszeit gemacht. Heute gibt es keinen Neubau von Rang und Namen, der nicht sofort tausendfach durch Architektur-Fotografie und Film visualisiert wird. Dabei geht es oft nur um die Vermittlung eines Bauwerks im Bild. Geglückte Architekturfotografie aber ist mehr. Sie macht das Konzept eines Baukörpers erfahrbar. Sie zeigt im besten Fall sogar dessen Essenz. Genau darum geht es Hélène Binet. Sie fotografiert seit zwanzig Jahren Architektur und arbeitete dabei mit vielen der renommiertesten Architekten unserer Zeit zusammen.
Die Galerie zeigt eine Auswahl aus Binets Aufnahmen der Therme Vals, des Diözesanmuseums Kolumba in Köln und der Feldkapelle für den Heiligen Bruder Klaus in Mechernich-Wachendorf - allesamt Bauten des diesjährigen Pritzker-Preisträgers Peter Zumthor. Dabei ist alles eine Frage des Standpunktes, in ganz wortwörtlichem Sinn. Um für den Betrachter die Leitideen des Architekten einsichtig werden zu lassen, bedarf es der mühsamen Eingrenzung geeigneter Seh-Orte, von denen aus sich das architektonische Konzept entschlüsselt. Le Corbusier sprach in diesem Zusammenhang von „mathematischen Orten, die das Ganze zusammenfassen“ und die wie Brennpunkte einer Parabel oder Ellipse fungieren.
So wählte Binet etwa für die Außenansicht der Therme Vals eine hohen Standort, vom dem sich ein Rundblick über das große Außenbecken und auf die spektakuläre Alpenlandschaft dahinter bot. Das in seiner Farbigkeit zurückhaltende Bild unterstreicht den durch die Struktur der gestreiften Steinbänder hervorgerufenen Eindruck, das zur Gänze mit heimischem Gneis verkleidete Gebäude sei Teil des Berges, auf und in dem es steht. Auch die Innenansichten greifen diesen Faden auf, indem sie die Raumfolge der Bäder wie ein tief in den Fels hineinreichendes, verschachteltes System von Höhlen erscheinen lässt. Nur hier und da dringt ein Lichtstrahl durch, der die Bildräume ordnet. So wird die Fotografie zu einer werktreuen Exegetin der Baukunst, die sich in maßvoller Demut gegenüber dem Baumeister übt. Das Auge der Fotografin ist so gesehen einfühlsamer Auftragnehmer für die getroffenen architektonischen Entscheidungen. Darin freilich ist es meisterhaft.
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