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„Jack Goldstein“ bei
Galerie Daniel Buchholz


Glasnost-Entzug

von Hans-Jürgen Hafner

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Gallery Weekend Berlin

38 PReviews, 1. - 3. MAI 2009

Haben Sie früher auch geglaubt, Ausstellungen handelten von dem, was Sie darin zu sehen bekommen? Heute wissen Sie, dass sich die Bedeutung der Dinge hinter der Oberfläche verbirgt. Wenn wir erst hinter die Dinge blicken, wird uns klar, wie der Hase läuft. Jack Goldstein war zu Lebzeiten der leibhaftige Widerspruch zu diesem aufklärerischen Lernerfolg. Er hatte in seinem lange unterschätzten Werk immer wieder die Oberfläche selbst in den Vordergrund gestellt. Der Wunsch nach Transparenz erscheint im Lichte dieser Kunst wie der eigentliche Illusionismus. Die Bilder sind optische Feuerwerke. Am Ende aber wollen sie nichts als harte, undurchdringliche Oberfläche sein. Dass dahinter ganz und gar nichts zu finden ist, soll uns von der Transparenzsucht heilen.

Damit dieser Entzug gelingt, muss erst einmal technische Klarheit herrschen. Deshalb wird diese Malerei ganz selbstverständlich von Assistenten ausgeführt – aalglatt, ohne offensichtliche Spuren des Machens, in professionell-plakativem Look. Bevorzugt werden dabei ephemere Motive, Blitze, Explosionen, verschiedene Lichterscheinungen gezeigt. Diese Bilder verführen in ihrem Illusionismus. Sie öffnen Räume für ungeahnte optische Spektakel, für geisterhafte Erscheinungen.
Goldstein agiert von Format zu Format mit verblüffender Treffsicherheit als Regisseur seiner künstlerischen Fiktionen. Die entnimmt er der Wirklichkeit, so wie sie uns (massen-)medial vermittelt wird. Kurze Filme werden da tricktechnisch inszeniert oder aus gefundenem Filmmaterial neu geschnitten und arrangiert. Soundeffekte, wie wir sie aus dem Kino kennen, ein brennender Wald, ein Erdbeben, als Schallplatten auf farbiges Vinyl gepresst mit dafür speziell gestaltetem Cover und Label. Goldsteins Projekt ist Penetranz und Präzision.

Die zentrale Kampfansage des Minimalismus, „What you see is what you see“, verwandelt Goldstein in ein Trotz-Plädoyer für etwas, was objektiv unhintergehbar ist. Dahinter kommt man nicht und dahinter kommt nichts mehr, ohne dass man dafür mathematisch reine Formen braucht. Als Vertreter der so genannten „Pictures“-Generation – neben Sherrie Levine oder Robert Longo – profitierte Jack Goldstein kurze Zeit vom Kunstmarktboom der 1980er Jahre, den besonders sein malerisches Werk in seiner puren Oberflächlichkeit, mittels Glitzer und Schock zu reflektieren scheint. Seither war er in der Versenkung verschwunden, ein Künstler für Künstler. Zurzeit ist die Neubewertung seines Werks in vollem Gange. Warum ausgerechnet jetzt? Und was glauben wir, was davon wir dann tatsächlich verstehen?

Jack Goldstein: „Films, Records and Paintings“ - Galerie Daniel Buchholz, Berlin. Vom 1. Mai bis 13. Juni 2009


Gallery Weekend Berlin 2009 - Teil I
Fotos von Nick Ash
Statt Pathos und Ehrfurcht verbreitete die Neue Nationalgalerie Strandbar-Atmosphäre. Das Gallery Weekend Berlin wollte den Kunst-Clan zur Entspannung verführen.

Gallery Weekend Berlin 2009 - Teil II
Fotos von Nick Ash
Michael Neff hat nach dem Berliner Gallery Weekend auch das Berliner Gallery-Weekend-Gala-Dinner neu erfunden. Als Tiki-Bar.

Vernetzte Nabelschau von Dominkus Müller
Rund um das Gallery Weekend Berlin wird so mancher vor Ort aktiv. So schlossen sich sieben junge Galerien der Stadt mit auswärtigen Gästen zu dem eintägigen Projekt „7x2“ zusammen.


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