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„Isa Melsheimer“ bei
Galerie Barbara Wien


Wer hat Angst vorm Trockenbau?

von Astrid Mania

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Gallery Weekend Berlin

38 PReviews, 1. - 3. MAI 2009

Manche Ausstellung passt in einen Satz: Isa Melsheimer zieht eine Wand ein. Das klingt banal, und das ist es auch. Banal auch der Titel: Wand. Nicht schon wieder!, möchte man rufen. Wie oft wollen uns Künstler denn noch den (Ausstellungs-)Raum bewusst machen? Doch steht man erst einmal vor der 22 Meter langen Rigipswand, schwindet der Argwohn. Unweigerlich muss man eingestehen, dass die ursprünglichen Raumverhältnisse wie ausgelöscht sind. Die Wand wird zur Naht zwischen Buchladen und Galerie, die sich die Besucher erwandern müssen. Dieser Kommentar ist endgültig. Er bedarf keiner Ergänzung. Leider hat die Galeristin den nüchternen Trockenbau durch ein Potpourri weiterer Werke verwässert. Manchmal fehlt zum Guten der Mut.

Schade ist das vor allem deshalb, weil die bauliche Intervention nun von Werken begleitet wird, die sich überwiegend mit dem beschäftigen, was uns umhüllt und definiert: mit Architektur und mit Textilien. So kommentiert die Ausstellung die Intervention und bedroht die radikale Reduktion mit einem Hauch Pädagogik. Die scharfe Grenze der Wand wird nun fließend, zum Beispiel wenn sie von Stoff verhängt oder anderswo ein Kleidungsstück zum Bildträger wird. Fadenscheinige T-Shirts etwa hat die Künstlerin so oft überstickt, dass die Gebrauchsspuren sich in ein Konzentrat fremdartiger Künstlichkeit verwandeln. Oder bei dem Tuch, auf dem der ruinöse „Palast der Republik“ zu sehen ist. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten? Eine futuristische Endzeitvision? Schließlich findet sich ein Blumenkübel in der Galerie, in Gestalt eines Sterns. Seine Vorbilder stehen in Taschkent, vor dem Regierungspalast, und sollten bei aller sozialistischen Inhaltlichkeit für nationale Form sorgen. Leer und künstlich vermoost zeigt sich der „Stern“ nun in der Galerie und ist nur noch Skulptur. Zweckfrei. Aber auch ideologiefrei?

So wird die Sinn- und Funktionsverschiebung zum Thema der Ausstellung. Besonders anschaulich ist das an der Stoffarbeit Das Durchdrehen der Schraube (alle Werke 2009) zu sehen. So lautet der deutsche Titel eines vieldeutigen Romans von Henry James, allerdings nur einer von vielen. Denn jeder Übersetzer hat das Buch anders verstanden und ihm eine andere Überschrift gegeben, die Melsheimer nun allesamt auflistet. So stringent sie also mit ihrer Wand den Ausstellungsraum definiert, so lose ist ihr Spiel mit den Zeichen im Rest der Ausstellung selbst. Die Präsentation zerfällt dadurch in zwei Teile. Der eine bedarf des anderen aber nicht.

Isa Melsheimer: „Das Durchdrehen der Schraube“ – Galerie Barbara Wien, Berlin. Vom 1. Mai bis 4. Juli 2009


Gallery Weekend Berlin 2009 - Teil I
Fotos von Nick Ash
Statt Pathos und Ehrfurcht verbreitete die Neue Nationalgalerie Strandbar-Atmosphäre. Das Gallery Weekend Berlin wollte den Kunst-Clan zur Entspannung verführen.

Gallery Weekend Berlin 2009 - Teil II
Fotos von Nick Ash
Michael Neff hat nach dem Berliner Gallery Weekend auch das Berliner Gallery-Weekend-Gala-Dinner neu erfunden. Als Tiki-Bar.

Vernetzte Nabelschau von Dominkus Müller
Rund um das Gallery Weekend Berlin wird so mancher vor Ort aktiv. So schlossen sich sieben junge Galerien der Stadt mit auswärtigen Gästen zu dem eintägigen Projekt „7x2“ zusammen.


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