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„Rebecca Morris“ bei
Galerie Barbara Weiss


Mandala-Melange

von Thea Herold

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Gallery Weekend Berlin

38 PReviews, 1. - 3. MAI 2009

Untitled sind sie alle. Sprachlos sind die Gemälde allerdings nicht. Rebecca Morris zelebriert ihre Kunst als Hohelied auf die Malerei, als „Medium, um Belange in Formen und Farben auszudrücken“. Und Formen und Farben gibt es hier reichlich. Jede ihrer Tafeln ist kunsthistorisch aufgeladenes Erinnerungsfeld wie auch experimentierfrohes Form- und Farbfummeln einer Zeitgenossin von der sonnigen Westküste Amerikas. Vielleicht kommen ihre Werke deshalb bei aller Referenzialität so launig daher, so überbordend farbintensiv. Da steht hart Geometrisches neben sanft-subjektivem All-over, fügt sich die Schichtung und Staffelung von mustergefüllten Vielecken zu einem dichten Puzzlebild.

Die amerikanische Malerin hat ihre neuen Bilder in gehabter Weise datiert. So auch Untitled (#01-09). Hier konstruiert sie ein Bild im Bild. Ein helles Oval im großen grauen Rechteck, fein umzogen. Die dünne Goldkante adelt das Ganze wie einst nur Großmutters Sonntags-Service. Nur wird hier das Innendekor prächtig verhackstückt. Schön frech finden sich pointilistische Protuberanzen. Mondsicheliges und Kometenhaftes. Planetarisches, Gezacktes, Spiralnebeliges. Man könnte es schwerlastig auch als spätes Echo auf die legendären Rosta-Fenster interpretieren, jene streng grafischen sowjetischen Propagandaplakate. Abstraktion in dieser Ausbaustufe lädt zum interpretierenden Trampolinspringen ein.

Vielleicht geben die zwei sinntragenden Worte im Ausstellungstitel „Shards and Skywindows“ (etwa „Scherben und Fenster in den Himmel“) doch etwas mehr vor als nur launig metaphorische Denkrichtung. Wenn die 1969 geborene Rebecca Morris auch in ihrer zweiten Berliner Einzelausstellung auf klangvoll lautmalende Überschriften verzichtet. Aber das Was und Wie ihrer irgendwie vertraut rhythmisierten Malerei verrät sie ja sofort. Wie nebenbei sichtet sie das kunsthistorische Erbe und breite Repertoire unserer europäischen und amerikanischen Abstraktionsheroen des letzten Jahrhunderts. Erst ruft sie es artig auf – um es im gleichen Moment lustvoll zu fragmentieren. Mal wird es wie mit Sichtblenden übermalt (#17-07), dann wieder respektvoll in duftigen Nebel gehüllt (#12-08). Hier in hartzackige Kontur eingepasst (#01-08), dort zur farbmächtigen Muster-Melange mandala-rund komprimiert (#22-07). Alles klar, abstrakt und ganz „a la pintura“. Eben Malerei um der Malerei willen.

„Rebecca Morris“ – Galerie Barbara Weiss, Berlin. Vom 2. Mai bis 20. Juni 2009


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Gallery Weekend Berlin 2009 - Teil II
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