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„Sofie Bird Mølller, Alexander Laner“ bei
Sassa Trülzsch


Lyrische Schießwut

von Astrid Mania

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Gallery Weekend Berlin

38 PReviews, 1. - 3. MAI 2009

Peng! Da hat es aber gescheppert. Ein Fall von Vandalismus? In den neuen Räumen der Galerie? Nein, hier hat sich ein Künstler ausgetobt. Brachial hat Alexander Laner Wand und Boden attackiert. Den Weg in das hinreißende, blinde Treppenhaus freigeschossen, den architektonischen Clou im Hinterzimmer bei Sassa Trülzsch. Dort bilden sie einen poetischen Scherbenteppich, die orange-schwarzen Bruchstücke von Tonscheiben, die eine Maschine in den Raum torpediert hat. Eingeladen wurde der Schießwütige von Sofie Bird Møller. Ihre wild übermalten Zeitungsausrisse hängen im Vorderraum. Auch hier der gewalttätige Impuls, produktive Schöpfung aus dem destruktiven Akt. Eine spröde, auf den zweiten Blick sinnfällige Kombination.

Von Ferne jedoch mutet das alles geradezu zauberhaft an. Im Vorderraum die kleinformatigen Arbeiten von Møller, scheinbar malerische Studien. Da schwingt sich die Farbe wie ein abstraktes Kürzel über das Blatt, greift sie die Tonalität ihres Untergrunds auf, Seiten mit Modefotografie oder Markenwerbung aus Zeitschriften. Im hinteren Raum leuchten verheißungsvoll Farbsplitter, Blütenblättern oder papiernen Schnipseln gleich. Doch tritt man näher, offenbaren sich die heftigen Gesten. Sofie Bird Møller hat die menschliche Figur überall ausgelöscht, sie weggemalt, übertüncht, nur der Hintergrund und das formale Grundskelett der Zeitungsseiten sind noch zu erkennen. Die vermutlich bildschönen Frauengestalten verschwinden unter Max Ernst’schen Huschgestalten, obszön wirkenden Farbschlieren, dichten pastosen Schwüngen. Die Farbe sitzt partiell auf dem Blatt, wie ein Parasit, saugt ihn aus und speist sich von ihm.

Betritt man den hinteren Raum der Galerie, entpuppen sich auch dort die farbigen Nettigkeiten als Rudimente hemmungslosen Tuns. Eine Maschine zum Tonscheibenschießen ist hier zum verlängerten Arm des Künstlers geworden, hat die Bruchstücke auf den Boden geschleudert, die Wände mit einem wilden Krakelee überzogen. Manche Splitter haben sich bis in den Putz eingegraben, sitzen dort wie Fremdkörper fest. Alexander Laner ist kein Künstler der Galerie. Sassa Trülzsch hatte Sofie Bird Møller, die sie vertritt, Carte blanche gegeben, sich einen Ausstellungspartner zu suchen, einen Wahlverwandten. Das Ergebnis ist ein kuratorisches Crescendo, denn wo der Ikonoklasmus von Møller verhalten ist, lässt Laner das Energische frei hervorbrechen. Die Galeristin hat mit ihrem Vertrauensvorschuss Mut bewiesen, doch der zahlt sich ja bekanntlich aus.

Sofie Bird Møller: „Paint the white horse black“ und Alexander Laner: „In the Tower“ – Sassa Trülzsch, Berlin. Vom 1. Mai bis Juni 2009


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