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Sebastian Hammwöhner
Mr. Gabbeh (red calx), 2006
Pastellkreide auf Papier
180 x 150 cm
Courtesy of Galerie Haas & Fuchs, Berlin
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Gallery Weekend Berlin 2008

Im Tabuland der Technik

Gruppenschau „Techne“ in der Galerie Haas & Fuchs, Berlin

Almut Andreae / 2. Mai 2008

Gruppenschau „Techne“ in der Galerie Haas & Fuchs, Berlin - artnet Magazin Gruppenschau „Techne“ in der Galerie Haas & Fuchs, Berlin. Vom 2. Mai bis zum 16. Juni 2008

Bekanntlich hat sich so manche Akademie zum Durchlauferhitzer für den Kunstmarkt gewandelt. Jetzt versammelt der Karlsruher Kunstprofessor Gustav Kluge ehemalige Studenten bei Haas & Fuchs zu einer Leistungsschau, bei der Medium und Machart im Mittelpunkt stehen. Anselm Reyle hat gezeigt, wie es geht. Und so finden sich heuer nicht wenige Absolventen der Karlsruher Akademie der Künste in Berlin wieder, um sich als professionelle Künstler zu verdingen. Gemeinsame Ausstellungen in Projekträumen haben die Ansätze der engagiert auftretenden Mitt- und Enddreißiger bereits mehrfach nach außen getragen. Gustav Kluge, für seine künstlerische Arbeit gerade in der Berliner Akademie der Künste mit dem Käthe-Kollwitz-Preis geehrt, versammelt nun sieben ehemalige Karlsruher Studenten zu einer Gruppenschau.

Die Ausstellung konfrontiert sehr bewusst unterschiedliche bis konträre künstlerische Positionen und richtet ihr Augenmerk weniger auf ein kuratorisches Ganzes als auf das einzelne Werk. Der Ausstellungstitel gibt dabei die Lesrichtung vor: „Techne“, im Altgriechischen der Begriff für Kunst im Sinne von Machart oder auch Kunstfertigkeit, rückt Themen wie Materialität und Beschaffenheit in den Vordergrund. So stellt sich etwa angesichts der aus Pastellkreide gefertigten „Teppich-Bilder“ von Sebastian Hammwöhner vorrangig die Frage, inwieweit die Wahl der Mittel Einfluss auf Aussage und Inhalt seiner Arbeit hat. Ist das Medium die Nachricht? Das Spektrum der gezeigten Positionen reicht immerhin von Gabriel Vormsteins „Low-Tech“ und Uwe Hennekens bonbonfarbigen Artefakten im Sixties-Look über Anselm Reyles erfolgreich praktizierte „Kreativität aus Eimern“ und anderen Effekthaschereien bis zur proklamierten Lust Nicole Bianchets, „im Tabuland der Technik zu grasen“.

Oder steht hier etwa das „richtige“ Verhältnis von Form und Inhalt, von Technik und Ausdruck erneut auf dem Prüfstein? Immerhin entlarvt das im Ausstellungskatalog nachzulesende Brainstorming zwischen Kurator Kluge und den Künstlern den technischen Aspekt in der Kunst auch als eine „Triebkraft des Machens“. So birgt der Gruppenauftritt der Karlsruher zumindest das Potential, die Debatte um die Rolle des Produktionsprozesses neu in Gang zu bringen.

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