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Haegue Yang
Series of Vulnerable Arrangements, 2006
Installation, verschiedene Materialien
Courtesy of Galerie Barbara Wien, Berlin
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Gallery Weekend Berlin 2007

29 GALERIEN – 29 ERÖFFNUNGEN

Haegue Yang bei Galerie Barbara Wien


Anna Willkomm
27. April 2007


Gallery Weekend Berlin 2007 - artnet Magazin „Remote Room“, Haegue Yang bei Galerie Barbara Wien, Linienstr. 158, 10115 Berlin. 27. April bis 31. August 2007

„Remote Room“ – fernes Zimmer, entfernter Raum – heißt die neue Ausstellung der 1971 in Korea geborenen Haegue Yang. Doch sie handelt nicht von räumlicher Distanz, wie der Titel vermuten ließe, sondern von der Entfernung zwischen dem Werk und seinem Betrachter. Der Bedeutungsraum eines Objektes, also das, was der Künstler zeigen möchte, ist für den Zuschauer unerreichbar – er sieht in dem Kunstwerk letztlich immer etwas anderes.

Gewohnt melancholisch, wenn auch ungewohnt farblos, präsentiert Haegue Yang ihre Arbeiten in den Räumen der Galerie Barbara Wien. Schwarz und Weiß überwiegen in den zwei Hauptstücken der Ausstellung, einer Fotoserie und fünf Papierarbeiten. Als Vorbild diente beiden Marcel Broodthaers´ Film Der Regen aus dem Jahr 1969: Darin schreibt ein Mann auf ein Blatt Papier – doch die Schrift verwischt sofort unter den darauf fallenden Tropfen. Auch Haegue Yangs „Zufallszeichnungen“ entstanden unkontrolliert im Regen. Bunte Origami-Objekte, ein typisches Motiv Yangs, kommen dabei wieder zum Einsatz, allerdings in stark abgewandelter Form. Mit schwarzer Farbe von oben besprüht, als vom Regen verwischte Umrisse kaum erkennbar, sind sie nur noch als Schatten ihrer selbst auf dem Papier zu fassen. Als ob die Bilder den Raum und seine Grenzen zu überwinden suchen, fallen sie von der Wand und gehen dann nahtlos zum Boden über.

Dreht man sich im Galerieraum um, fällt schließlich doch noch etwas Farbe aus zwei Lichtinstallationen der Künstlerin ins Auge. Dem möglicherweise aufkeimenden Eindruck von Fröhlichkeit stehen allerdings die den Lampen als Halterung dienenden Infusionsständer im Wege, über deren Herkunft man lieber nicht nachdenken möchte. Beachtenswert sind allerdings die vielfältigen Lichtkontraste, mit denen Haegue Yang in den letzten Jahren immer wieder Beeindruckendes geschaffen hat und die sie diesen Sommer auch in ihrem Statement auf der Art Basel zeigen wird.

2007 scheint ein sehr erfolgreiches Jahr für die Künstlerin zu werden. Neben ihrer Teilnahme an der Ausstellung „Made in Germany“ in Hannover ist sie für den diesjährigen „Kunstpreis der Böttcherstraße“ in Bremen nominiert. „Remote Room“ bietet daher die seltene Gelegenheit, diese stetig von Ort zu Ort wandernde und sich dabei unermüdlich wandelnde Künstlerin in ruhiger Atmosphäre und frei von der Hektik des Alltags zu begutachten. Man sollte sich diese Zeit nehmen.

Die Arbeiten aus der Fotoserie kosten jeweils 3.000,- Euro, die Papierarbeiten jeweils 6.000,- Euro. Die Lichtinstallationen sind zusammen für 9.000,- Euro erhältlich.

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