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Franz Ackermann
African Diamond, 2006
Mixed Media
122,5 x 178,5 x 85,5 cm
Courtesy of neugerriemschneider, Berlin
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Gallery Weekend Berlin 2007

29 GALERIEN – 29 ERÖFFNUNGEN

Franz Ackermann bei Neugerriemschneider


Anne Haun
27. April 2007


Gallery Weekend Berlin 2007 - artnet Magazin „from eden to lima“, Franz Ackermann bei neugerriemschneider, Linienstraße 155, 10115 Berlin. 27. April bis 26. Mai 2007

Franz Ackermann ist ein Reisender und die Reisen sind Teil seines schöpferischen Prozesses. Kunst und Leben besitzen für ihn eine gleichermaßen nomadische Dimension. Seine aktuelle Installation from eden to lima in der Galerie neugerriemschneider ist ein schillernder Reisebericht, ein globaler Erlebnisraum, eine orgiastische Weltbühne. Darin kombiniert Ackermann seine farbrauschenden Malereien und filigranen Wandzeichnungen mit Materialcollagen, architektonischen Einbauten sowie seinen legendären „mental maps“ – psychologische Kartografien in Skizzenblockformat, mit denen er seit den frühen 1990er Jahren arbeitet.

Die „mental maps“ transzendieren unmittelbar das Gesehene und Erlebte. Sie sind intellektuelle Synthesen, Psychogramme der Fremde, keine mimetischen Reproduktionen realer Orte. Ihr dokumentarischer Wert ist gering. Im Atelier werden die „mental maps“, einem assoziativen Formenkanon folgend, in farbgrellen Kompositionen auf großformatige Leinwände übertragen. Diese von Ackerman als „Evasionen“ bezeichneten Ölbilder sind zumeist in Serien angelegt und werden unmittelbar in seine Installationen integriert. Aus den geschlossenen, organisch-abstrakten Formen seiner Bildsprache hat Ackermann den Galerieraum in eine dynamische urbane Situation verwandelt, in die Fetzen von Architektur- und Landschaftsvokabular eingearbeitet sind. Es entsteht eine beschleunigte Welt der Fragmente, die Fremde löst sich auf in der Abstraktion einer Science-Fiction-Realität, wird zur Hypothese eines globalisierten Daseins. So erscheinen die malerischen Reiseberichte Ackermanns in der kreativen Aneignung letztlich als ein Prozess der Distanzierung, in dem das Fremde mittels eines stringent gesetzten Formenkanons apriori systematisiert und somit relativiert wird. Daraus ergibt sich der Umkehrschluss: Heimat ist plötzlich nicht mehr statisch oder kulturell konnotiert, sondern vielmehr universelle Sehnsucht, flüchtig und fiktiv. Der Verlust von Heimat wird so zum eigentlichen thematischen und motivischen Angelpunkt der Kunstwelten Franz Ackermanns.

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