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Robert Orchardson
Fugue, 2007
Fiberglas
410 x 70 x 10 cm
EUR 9.000,-
Courtesy of Galerie Ben Kaufmann, Berlin
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Gallery Weekend Berlin 2007

29 GALERIEN – 29 ERÖFFNUNGEN

Robert Orchardson bei Ben Kaufmann


Ludwig Seyfarth
27. April 2007


Gallery Weekend Berlin 2007 - artnet Magazin „Edge of the Superstructure“, Robert Orchardson bei Galerie Ben Kaufmann, Brunnenstraße 10, 10119 Berlin. 27. April bis 2. Juni 2007

Auf den ersten Blick scheinen die Reliefs und Skulpturen des 1976 geborenen, im schottischen Dundee lebenden Robert Orchardson dem in den letzten Jahren boomenden Trend zum „Formalismus“ zu entsprechen, in dem so unterschiedliche Positionen wie Tomma Abts, Katja Strunz oder Anselm Reyle zusammengefasst werden. In Deutschland wurde dieser Trend wesentlich durch die Ausstellung „Formalismus – moderne Kunst heute“ im Hamburger Kunstverein markiert. Im Blickpunkt steht eine neue Auseinandersetzung heutiger Künstler mit den ungegenständlichen Tendenzen des 20. Jahrhunderts.
Wie so oft greift ein Label zu kurz, wenn man sich die Kunst genauer anschaut und auch Orchardsons Werke erschöpfen sich nicht im Formalismus, auch wenn starke Anleihen beim Design erkennbar sind. In den 1960er und 1970er Jahren waren viele Innovationen im Product und Interior Design verbunden mit einem Literatur- und Filmgenre, in dem sich die optimistischen Zukunftsvorstellungen der technikbegeisterten Nachkriegszeit besonders niederschlugen – der Science Fiction. Formen, die in Romanen beschrieben wurden oder in Filmen auftauchten, wurden als abstrakte Skulpturen realisiert.

Design und Science Fiction bilden die wichtigsten Referenzebenen in Orchardsons Werk. So verband eine Skulptur von 2005 den Tulpen-Tisch des Designers Eeno Saarinen mit einer Referenz an Stanislaw Lems Science-Fiction-Roman Solaris, wo der Begriff „mimoid“ die sich auf die aus dem lebenden und denkenden Ozean bildenden und wieder in ihm verschwindenden seltsamen Formen bezeichnet.
Das Interesse an Jewgenij Samjatins Roman Wir von 1920, einem Vorläufer späterer düsterer Zukunftsvisionen à la Orwell und Huxley, verbindet sich mit Reminiszenzen an die teilweise fantastischen Architekturvisionen der frühen Sowjetzeit. Die Spannung zwischen materieller Präsenz und der Immaterialität idealistischer Ideen fasziniert Orchardson, wie er selbst bekundet, ebenso wie die Uneindeutigkeit zwischen Abstraktion und Figuration.

Die Preise der neuesten bei Ben Kaufmann gezeigten, zwischen Relief und Freiskulptur oszillierenden Wand- und Bodenarbeiten liegen zwischen 3.000,- und 9.000,- Euro.

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