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Simon Dybbroe Møller
DEAD BbAGGAGE, 2007
Zusammenarbeit mit Jacob Dahl Jürgensen
Glas, Nylonfaden, Plexiglas, Gummi
Größe variabel
Foto: Andy Keate
Courtesy of Galerie Kamm, Berlin
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Gallery Weekend Berlin 2007

29 GALERIEN – 29 ERÖFFNUNGEN

Simon Dybbroe Møller bei Galerie Kamm


Leona Tobien
27. April 2007


Gallery Weekend Berlin 2007 - artnet Magazin „On ill winds and loss of sanity, part II”, Simon Dybbroe Møller bei Galerie Kamm, Rosa-Luxemburg-Straße 43/45, 10178 Berlin. 27. April bis 23. Juni 2007

Der Luftzug geht durch Mark und Bein, weht durch den Raum und lässt ein Windspiel aus abgebrochenen Glasröhren mit den Tönen d, e, a und d erklingen. Es heißt DEAD BbAGGAGE – eine Reminiszenz an Bruce Naumanns Video Violin tuned D.E.A.D. von 1968, in dem er diese vier Töne auf einer Geige spielt. Die Verbeugung vor künstlerischer Leistung, deren Zitierung und Einbettung in einen neuen Kontext zeichnen die Arbeiten von Simon Dybbroe Møller aus. Seine sublimen Werke benutzen Fragmente aus der Kunstgeschichte und bewegen sich zwischen Irritation und sinnlicher Erfahrbarkeit. Das im Luftstrom klirrende „Gepäck“ (baggage) aus der Vergangenheit jagt einem ganz aktuelle Schauer über den Rücken und lässt einen den kalifornischen Wind Santa Ana und den Schirokko spüren, die der Künstler durch das Modell einer Skulptur aus Kalifornien und einen Silberlöffel aus Venedig symbolisiert.

Die Videoarbeit Pantomima della Stella Gigante zitiert ein Foto, auf dem Techniker ein großformatiges Frank-Stella-Bild halten. Bei Simon Dybbroe Møller sind die Männer Pantomimen, also Stereotypen, und das Gemälde fehlt. Das Hauptmotiv ist verschwunden. Nur ein Geräusch – der einzige Laut des Videos – beim vermeintlichen Absetzen des nicht vorhandenen Bildes schafft eine absurde Realität für die Ohren, nicht jedoch für die Augen. Ein perfektes Spiel zwischen Darstellung und Imagination, zwischen Rekonstruktion und Dekonstruktion, das zu einer neuen verblüffenden Auseinandersetzung mit dem alten Sujet führt.
Eine Reihe von Fotografien zeigt außerdem Porträts von Malern, die sich in Spiegeln reflektieren. Die Formen der Spiegel nehmen die geometrischen Kompositionen der abstrakten Gemälde der Maler auf. Der Künstler ist als Reflexion in seinem eigenen Werk, das auf eine Spiegelform reduziert ist, gefangen. Das figurative Porträt zwängt sich in die abstrakte Form. Ist das nun banal oder genial?

Die Arbeit „DEAD BbAGGAGE“ kostet 8.000,- Euro, die Videoarbeit „Pantomima della Stella Gigante“ 7.000,- Euro.

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