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Matthias Weischer
Treppchen, 2006
Öl, Tempera auf Leinwand
210 x 280 cm
Foto: Uwe Walter
Courtesy of Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin
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Save The Weekend, 2006

Berliner Premieren
Johannes Bock

28. April 2006

Matthias Weischer bei Galerie Eigen + Art, Auguststr. 26, 10117 Berlin.
25. März bis 13. Mai 2006.

Merkwürdig surreal wirken die neuen Werke des 1973 in Elte (Westfalen) geborenen Matthias Weischer. In seinem Bild Treppchen wächst ein dünner Baumstamm aus der blassen Mauer eines Innenhofes, während ein Ball in der Luft zu stehen scheint. Der Himmel ist rot und gelb. Eine Einkaufstüte lehnt an dem nicht fertig gemalten oder halb schon wieder verschwundenen Toilettentisch. Hier sollte eigentlich eine Person anwesend sein. Oberlicht zeigt einen Ausstellungsraum, in dem sich weiße, fast leere Leinwände befinden. Sie spiegeln sich im Fußboden. Durch das Oberlicht hindurch, welches dem Bild seinen Namen gab, sieht man die einzige minimalistisch bemalte Leinwand, zwischen Palmen und einem Plattenbau, als Sonne am Himmel aufgehen. Auf der Bank im Mittelgrund des Bildes sitzt ein schemenhafter Schattenriss – schon beinahe eine Person.

In seinen in 2005 entstandenen Arbeiten nähert sich Matthias Weischer weiter der Darstellung der menschlichen Gestalt an. In den teilweise ausschweifend mit Farben und Formen angefüllten Räumen sind die Körper von Personen kurz davor, sich zu materialisieren. Im Bild Tuch war sogar schon mal eine Figur anwesend, nach Überarbeitungen des Künstlers sind jedoch nur die Tennissocken übrig geblieben. T. ist die einzige Arbeit, auf der tatsächlich jemand abgebildet ist, auf 60 x 40 Zentimetern Leinwand. Die ansonsten großformatigen, verlassen wirkenden Interieurs sind reicher und vielschichtiger geworden.

Komplex ist die Arbeitsweise Weischers. Mit Pinsel und Spachtel trägt er dicke Farbschichten auf. Sichtbare Bleistiftlinien und abgeklebte Felder zeigen Konturen und lassen Konstruktionen erkennen. Immer wieder übermalt er Teile der Bilder oder wischt Farbe weg, um den Untergrund durchscheinen zu lassen. Weischer, ein exzellenter Handwerker, malt nicht nur, er arbeitet und das sieht man seinen Bildern an. In den letzten Jahren zum Liebling des Kunstmarktes avanciert, sind die Museen auf seine Werke aufmerksam geworden. Zu Recht sind alle der acht ausgestellten Werke schon längst verkauft. (Preise zwischen 30.000,- und 170.000,-)

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