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Elizabeth Peyton
Ryan, April 2005, 2006
Öl auf Leinwand
22,9 x 17,8 cm
Courtesy of neugerriemschneider
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Save The Weekend, 2006

Berliner Premieren
Anne Haun

28. April 2006

Elizabeth Peyton, neugerriemschneider, Linienstr. 155, 10115 Berlin.
29. April bis 3. Juni 2006

„Ich denke darüber nach, wie bestimmte Leute das Leben anderer beeinflusst haben. Es ist nicht entscheidend, wer sie sind oder wie berühmt, eher wie schön der Weg ist, den sie in ihrem Leben beschritten haben und wie inspirierend sie für die anderen waren”, erläutert die New Yorker Künstlerin Elizabeth Peyton den subjektiven Zugriff auf die von ihr Auserwählten. Die zumeist kleinformatigen zarten Porträts spiegeln den Glanz entrückter Schönheit in der Ewigkeit eines Augenblicks. George Sand – deren Name nicht nur für eine der größten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, sondern auch für eine frühe Verfechterin weiblicher Emanzipation steht – ist geradezu paradigmatisch für Peyton’s verklärte Heldinnen und Helden des Lebens. Porträtiert ist das jugendlich androgyne Gesicht einer steinernen Statue Sands im Pariser Jardin de Luxemburg, das Abbild eines Abbildes. Fast immer entstehen Peytons Arbeiten auf der Grundlage von Büchern, Magazinen, Plattencovern bzw. privaten Aufnahmen. Beim Betrachten werden wir Zeugen einer melancholisch-dekadenten Jugendhaftigkeit, die an die Kunst des Fin de Siècle erinnert. Dennoch sind die Arbeiten Peytons nie nostalgisch, fallen nie ins Klischee und bleiben eindringlich gegenwärtig – sei es das Porträt einer selbstbewusst und erhaben sinnlichen Georgia O’Keefe, wie man sie von Fotografien Alfred Stieglitz’ kennt, oder das ganz private Bildnis ihres Freundes Ryan, der sich mit entblößtem Oberkörper vor romantischer Blumentapete in narzisstischen Tagträumen räkelt. Über allem schwebt der Zauber des „der Welt entrückten”. Dieser romantische Ästhetizismus enthüllt einmal mehr das Porträt als Sehnsuchtsmotiv der Malerei. Im farbigen Abglanz, nicht im Abbild, sucht Peyton das Leben.

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