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Francesco Vezzoli
Greatest Hits - Milva canta Bruce Nauman: "Vattene dalla mia mente! Vattene da questa stanza!", 2004
Neon
Courtesy of Galerie Neu
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Save The Weekend, 2006

Berliner Premieren
Anne Haun

28. April 2006

Francesco Vezzoli, „The Bruce Naumann Trilogy“, Galerie Neu, Philippstr. 13, 10115 Berlin. 1. April bis 31. Mai 2006.

In der Holzkiste der Galerie Neu rappelt es heftig: Hielt der smarte italienische Künstler Francesco Vezzoli auf der letzten Biennale in Venedig mit seinem überdrehten Trash-Juwel Trailer for a Remake of Gore Vidal’s Caligula der exzentrischen Kunstwelt noch den Spiegel entgegen, vergreift er sich nun ganz aktuell an der kürzlich mit dem ersten, hoch dotierten Düsseldorfer Kunstpreis gekürten Video- und Performance-Ikone Bruce Naumann.

Vezzolis Trilogie auf das in die Jahre gekommene Enfant terrible der zeitgenössischen Konzeptkunst atmet Rotlicht-Duft: Hat man erst den schweren roten Samtvorhang passiert und ist eingetaucht in die schwüle Beleuchtung des Ausstellungsraumes, fällt der Blick zunächst auf einen feierlich geschmückten Korb mit langstieligen roten Rosen und Efeu – Symbole ewiger Liebe und Treue. Für die, die es nicht sofort kapieren, hängen an der Wand dahinter sieben kleinformatige Schwarz-Weiß-Reproduktionen desselben Motivs mit dem Untertitel Hommage to Bruce Naumann.

Vor der Stirnwand dann das eigentliche „Denkmal“: ein begehbarer Holzkubus, über dessen Eingang ein golden gerahmtes Foto Naumanns mit Cowboy-Hut prangt; sein ernstes Gesicht von pinkfarbenen, gestickten Tränen gezeichnet. Diese für Vezzoli typischen Be-Stickereien seiner Stars und Sternchen verbinden häuslich-private Handfertigkeit mit dem mythologisierten Glamour der Porträtierten. Wie das Aufheulen eines Klageweibs dringt plötzlich die Stimme der italienischen Diva Milva durch Mark und Bein, die Bruce Naumann’s bekanntestes Stück „Get out of my mind! Get out of this room! so bühnenreif rezitiert, dass man ihrer Aufforderung am liebsten gleich Folge leisten möchte.

In typisch Naumann’scher Neonröhren-Manier liest man Milvas Widmung auf der Innenwand des hölzernen „darkrooms“. Alles in allen eine gut gemeinte Revision der Neonarbeiten Naumanns, deren oft sexuelle, sadistische Thematik sich in das Dekor der Sexkinos und Peepshows kleidet. Diesem latenten Zusammenhang zwischen Lust, Unterhaltung und Gewalt frönt man seit Vezzoli nun auch auf italienisch. Bei soviel Plakativität kann man sich eigentlich nur noch die Eier schaukeln, musste sich offenbar auch Vezzoli eingestehen, und demonstriert eben dieses in einem fast 8-minütigen Videoclip mit Hilfe eines gut bestückten männlichen Pornostars zu den melodischen Klavierklängen Mozarts vor beeindruckendem Bergpanorama. Wem würde im Angesicht soviel sinnlicher Harmonie und Idylle nicht warm ums Herz?

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