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John Bock
Lütte mit Rucola, 2006
Video, 35 min.
Foto: Jan Windszus
Courtesy of Klosterfelde, Berlin
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Save The Weekend, 2006

Berliner Premieren
Susanne Petersen

28. April 2006

John Bock, Klosterfelde, Zimmerstraße 90-91, 10117 Berlin. 29. April bis 19. Juni 2006.

John Bock zeigt in der Galerie Klosterfelde nicht nur die Synthese von Film und Objekten desselben. Nein, es ist die Synthese zwischen „simplen organischen und noch simpleren paranormalen kognitiven Neuronenelastizitäten“. Nicht verstanden? John Bock, der Hobbyphilosoph, versucht aus einer Fliege einen Elefanten zu machen – und am Ende nimmt man es ihm ab. Hoffentlich!

Warum nicht das Plattdeutsche mit einer Salatdelikatesse verbinden? Die Lütte mit Rucola ist nicht klein und niedlich, sondern des Para-Voodoos mächtig und nutzt diese Macht für interessante Spielchen. Wer hat als Kind nicht ähnliche wissenschaftliche Experimente unternommen, wie zum Beispiel hilflosen Fliegen die Flügel auszureißen oder Schnecken Gänseblümchen in die Atemlöcher zu stecken? Die Lütte hat es perfektioniert: Sie lässt den Bock die Arbeit machen. Und wir sind eingeladen mitzuspielen bei diesem dekonstruierenden Dada.

Leider dürfen wir nur im Geiste Purzelbäume schlagen, obwohl einige Objekte den Paßstücken Franz Wests ähnlich und genau wie diese für den Gebrauch bestimmt sind; die Videos von Bock liefern dafür ganz beiläufig Handlungsangebote. Doch ist die eigene Phantasie und Wahrnehmung gefragt, denn ungenutzt bleiben die Objekte Metaphern der Möglichkeiten. Sie können nur durch geistige und/oder physische Bewegung rezipiert werden, genau wie die skurril ausschlagenden Handlungsverläufe der Filme. Der in Lütte mit Rucola dargestellte Ereignisraum wird in der Galerie nachgebaut und so stellt sich die Frage nach der Realität des auf dem Bildschirm Gesehenen. Es könnte so passiert sein, Realität ist relativ. Die Infantilität des Geistes wird zur Maxime. Die Botschaft (und Hoffnung) lautet: Holzauge, bleib wachsam!

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