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Ulrike Feser
Double Bind #3, 2005
Piezo-Print gerahmt,
61 x 103 cm
EUR 1.500,-
Courtesy of Galerie Kamm
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Save The Weekend, 2006

Berliner Premieren
Daniel Kletke

28. April 2006

Ulrike Feser, „Double bind“, Galerie Kamm, Rosa-Luxemburg-Straße 43/45, 10178 Berlin. 29. April bis 24. Juni 2006.

Nach mehreren Jahren an anderem Ort, ist die Galerie Kamm jetzt in der Platte gleich gegenüber der Volksbühne angekommen, und es ist weder miefig noch unsympathisch, sondern freundlich und einladend in diesem neuen Domizil. Die derzeitige Ausstellung hat durch die jüngsten Anschläge auf dem Sinai eine traurige Tagesaktualität bekommen, die man ihr lieber nicht gewünscht hätte. Und doch katapultierte der ägyptische Selbstmordattentäter uns mitten in die Thesen der jüngsten Arbeiten von Ulrike Feser, denen sie den Titel Double Bind gab. In einem Video (Auflage 5, Kostenpunkt 1000 Euro), mit zahlreichen Farbfotos auf sichtbar weichem Papier (jeweils in Dreierauflagen, Preise zwischen 1.500,- und 2.000,- Euro) und einem Unikat aus Pfauenfedern spürt Feser der Frage nach, wie viel Traum von Freiheit (… Korallentauchen …, Kamelritt …) Touristen erlaubt ist in einem Alltag, der wenig unterlässt, um die maximale Sicherheit der Besucher zu garantieren. Dem gegen den Tourismus gewendeten Terrorismus stehen die Maßnahmen gegenüber, die Sicherheit der Touristen zu garantieren, was manchmal auch schon wieder an Terrorismus gemahnt. Erlebt jemand den Sinai individuell, der derartigen Beschränkungen unterliegt? Kann man das eigentlich noch wollen, oder ist es nicht von vornherein eine Verulkung, um die Frage mal vorsichtig zu stellen. Kein Kamelritt ohne Checkpoint, argumentiert Ulrike Feser. Entsprechend ernüchternd wirken die Fotos, die trotz Verboten gemacht wurden oder Szenarien beleuchten, die man bei der heimischen Schnappschussparade nun wirklich nicht sehen möchte, nämlich Uniformierte und Waffenträger, die halt gegen jedes Neckermann-machts-möglich Versprechen verstoßen und einem maximal sauer aufstoßen.

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