Keller Auguststraße 50A
Der Beitrag der Gagosian Gallery zur 4. berlin biennale besteht aus zwei Teilen: Im Ladenlokal kuratierte Martin Germann eine Gruppenausstellung mit dem Thema „happiness“. Insgesamt nimmt ein knappes Dutzend Künstler daran teil. In meist ephemeren Objekten, davon eine Vielzahl auf Papier, widmen sie sich Motiven wie Leichtigkeit, Entspannung oder Glück. Das Thema ist kolossal und birgt Gefahren in sich, die darin liegen, dass insbesondere der im Flyer angedeutete philosophische Überbau ja irgendwie auch nach Einlösung sucht. Letzteres bleibt allerdings weitgehend auf der Strecke, denn was gespielt wird, ist eher „camp“ als Philosophie. Und ironisch im Sinne einer komischen Persiflage ist es auch nur bedingt. In der Selbstaussage heißt es treffend, der Zugang der meisten Künstler sei eher „popkulturell.“
Wenn einem so viel verwirrend schöne „happiness“ serviert wird, ist das eigentlich ein Video wert. Und genau in diesem zweiten Teil der Gagosian Gallery liegt der wahre kleine Trumpf: Im Kellerraum hat nämlich Ulf Aminde eine staunenswerte Installation aus Video und Sound aufgebaut, die einen Querschnitt aus Desolalie und Unterhaltung, Verstörung und Betörung kredenzt, wie man das länger nicht sah. Das Leben ist kein Wunschkonzert, 2005, ist ein work-in-progress. Straßenmusiker heterogenster Herkunft werden dabei gefilmt, wie sie ihren ganz persönlichen Zugang zur Musik finden und diesen dann ausdrücken. Wie Laien und Profis parallel und synchron mit- und gegeneinander antreten, das berührt nicht nur in der inszenatorischen Dichte und in der Disparatheit des Gezeigten. Hier versteht es ein Künstler auf ganz unaufgeregte Art und Weise, auch gesellschafts-politische Relevanz vorzustellen, wie man sie bei der allgemeinen „happiness“ fast nicht mehr zu erhoffen gewagt hätte.






