Finis
Das war’s. Die ART COLOGNE 2010 ist beendet. Das artnet-Team bedankt sich bei seinen Lesern für die Treue und bei allen beteiligten Künstlern, Ausstellern, Besuchern und nicht zuletzt bei den Messemachern für eine anregende und spannende Woche. Die ART COLOGNE 2010 hat gezeigt, dass es immer noch Spaß macht, für die Kunst an den Rhein zu kommen. Einen ausführlichen Abschlussbericht mit Analysen, Eindrücken und Verkäufen gibt es morgen im artnet-Magazin.
Aussteller im Glück

Fotografie-Spezialist Johannes Faber aus Wien ist entspannt: „Ich habe zum Glück auf der TEFAF in Maastricht, wo ich zum ersten Mal ausstellen durfte, so gut verkauft, dass ich dem Rest des Jahres gelassen entgegensehen kann.” Ganz so glänzend waren die Geschäfte in Köln ja nicht verlaufen. Trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen. Ein Foto verkauft aus dem Nachlass von Otto Steinert, dessen Nachlass er betreut. Eines von Josef Sudek, sowie eines von Frantisek Drtikol. Das sind realisierte Abschlüsse, sie stehen bereits in den Büchern. Bei drei weiteren Arbeiten wird noch über den Preis verhandelt. Unter dem Strich dürfte also durchaus etwas übrig bleiben. Ein Aussteller im Glück. SK
Galerie Johannes Faber, Halle 11.2 Stand B 39
Otto Steinert, Bäume vor meinem Fenster I, 1950, Vintage silver print, 29,9 x 39,6 cm, 28.000 EUR, Courtesy of Galerie Johannes Faber
Kölner Kontaktpflege
„Mir hat die Messe gefallen” - so lautet das Fazit von Jocelyn Wolff, dem Galeristen aus Paris, der diesmal als einzige Galerie für zeitgenössische Kunst Frankreich vertrat. „Herausragende Kontakte” habe er in Köln machen können. Hier wird noch gefragt, man müsse sich Zeit nehmen, Kunst zu erklären. Käufer würden nicht, so wie etwa in den Staaten, spontan entscheiden. Das sei, je nach Standpunkt, eine Stärke oder eine Schwäche dieser Messe. Und eine Herausforderung ist sie für Galeristen zweifelsohne: Penible Vorbereitung, eine gute Grundkenntnis der hiesigen Szene, Gesprächsstoff, um an Bestehendes anzudocken, das alles sei für auswärtige ART COLOGNE-Teilnehmer unabdingbar. Und Wolff verkaufte. Bei seinem Debüt fanden die Werke seiner Standkünstler Katinka Bok oder Guillaume Leblon nicht nur Interessenten, sondern Käufer. Auch gute institutionelle Kontakte habe er gehabt, nur leider nicht aus dem Kölner Netzwerk. Wahrscheinlich sind die Ortsansässigen, zur Messezeit verständlicherweise, mit ihren eigenen Ausstellungen und Projekten beschäftigt. Für Wolff war es diesmal die erste Messe in Köln. Aber es wird wohl nicht die letzte bleiben. AM
Galerie Jocelyn Wolff, Halle 11.3 Stand C 19 New Contemporaries
Schön auf dem Teppich

Der Mann von der Westküste drückt sich vor der Antwort. Nein, mit konkreten Preisen rückt Brian Butler nicht wirklich gern heraus. Aber die Verkäufe seien „sehr gut” gewesen. Gleich zwei der großformatigen Gobelins von Pae White blieben im Rheinland. Der beinahe hyperrealistische Eyecatcher Untitled (foil) aus dem letzten Jahr, der auf einer Fotografie zerknüllter Aluminiumfolie beruht, ging in eine Privatsammlung, hier in der Region. Das andere Werk wurde von den Freunden der ART COLOGNE erworben. 1301PE war diesmal die einzige Galerie aus Los Angeles und will auch, zumindest das stellt der Galerist an diesem Sonntagnachmittag klar, im nächsten Jahr die kalifornische Flagge hochhalten. AM
1301PE, Halle 11.3 Stand A 31
Standansicht 1301PE, Courtesy of 1301PE, Los Angeles
Freie Förderung

Es gibt auch ungeförderte Förderkojen. Ganz ohne fremde Zuwendung hat der Galerist Karsten Greve der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura eine kleine Koje an der seitlichen Außenwand seines großen Standes eingerichtet. Dorthin verweist er bei der Sonntagsfrage nach dem Messeverlauf: „Wir haben preiswerte Kunst sehr gut verkauft.” Damit beschreibt Greve in seinem Fall das Preissegment zwischen 3.000 bis 30.000 Euro. Käufer waren auch fast ausschließlich deutsche Sammler, abgesehen von einem Freund Greves aus Paris. SK
Galerie Karsten Greve, Halle 11.2 Stand A 4
Standansicht Leiko Ikemura bei Galerie Karsten Greve, Courtesy of Galerie Karsten Greve, Köln, Foto: Stefan Kobel
Gut - doch nicht genug

Immerhin: „Wir haben verkauft, aber nicht genug”, lautet das Resümee des Galeristen Klaus Thoman aus Innsbruck. Es sei aus seiner Sicht in diesem Jahr doch eine recht „starke Zurückhaltung” zu spüren gewesen. Trotzdem stehe für seine dem Rheinland treue Galerie auch nach diesem Durchgang ganz außer Frage, dass sie im nächsten Jahr wieder an der ART COLOGNE teilnehmen will. Denn vom verjüngten Konzept des traditionsreichen Messeortes ist Thoman „sehr angetan”, und überhaupt habe man hier während der Messetage viele bestehende Kontakte auffrischen und sehr gut pflegen können. AM
Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Halle 11.3 Stand A 20
Standansicht Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Courtesy of Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck
Flächenvergleiche
„Zufrieden” lautet das sachliche Fazit von Christian Schmidt, Direktor der Galerie Johann König. Es sei „stark angelaufen”. Danach, so berichtet auch er in einer ersten Rückschau, sei es etwas ruhiger gewesen. Mit Brüssel, wo sich die Galerie ebenfalls engagiert, könne man Köln nicht vergleichen. Schließlich habe man für beide Orte ganz unterschiedliche Konzepte entwickelt. Und der Open Space, wo die Galerie Johann König den jungen Künstler Henning Bohl präsentiert - der seine bildnerische Sprache nicht auf der Leinwand, sondern buchstäblich aus der Fläche der Bildrahmens heraus entwickelt - diese Erfindung bleibt schließlich eine Kölner Spezialität. AM
Galerie Johann König, Hall 11.3 Stand A 40/G 41 Open Space
Grenzenlos

Ist es die geografische Nähe? Liegt es an der Entspannungspolitik zwischen den Messen? Oder sind die Nachbarn einfach wieder reisefreudiger? Linn Lühn jedenfalls bemerkte, dass es in diesem Frühjahr deutlich mehr belgische Sammler als im Vorjahr auf die ART COLOGNE gezogen hat. Vor allem der Auftakt sei gut gewesen, vor allem zur Vernissage waren die Nachbarn gekommen. Danach aber sei „es etwas verebbt”. Vielleicht sollte man die Messe überhaupt um einen Tag reduziert, schlägt Lühn vor. AM
Linn Lühn, Halle 11.3 Stand C 28 New Contemporaries
Standansicht Linn Lühn, Courtesy of Linn Lühn, Köln
„110 von 100 Punkten"
Am Stand von Hammelehle und Ahrens wird heute am Sonntag nur noch in Superlativen gesprochen. Es sei von der Streuung, aber vor allem vom Umsatz her „die beste Messe seit 16 Jahren”, schwärmt Sven Ahrens. An Neukunden habe man verkauft, in wichtige Malereisammlungen. Das Interesse der Kunstfreunde war am Messestand sowie in der Galerie vor Ort spürbar groß. Überhaupt sei es der ART COLOGNE gelungen, einen Generationswechsel zu vollziehen, der sich deutlich bei der Kundschaft bemerkbar mache. So viel Erfolg lässt sich dann nur noch in idiosynkratischen Worten zusammenfassen: „Es war saugut”. AM
Galerie Hammelehle und Ahrens, Halle 11.3 Stand D 28/E 29
Der hohe Preis der Zufriedenheit

Überschwang sieht anders aus, Tristesse allerdings auch. „Wenn ein Teil der geführten Gespräche in einem Abschluss mündet, sind wir zufrieden”, so beschreibt Jörg Paal, Direktor der Münchener Galerie Thomas, seine Stimmungslage zu Beginn des letzten Messtages. Die Ansprüche an sich selbst sind dabei offensichtlich ziemlich hoch. Immerhin hat in der Münchner Galerie für klassische Moderne diesmal als teuerstes Werk ein kleines Gemälde von Tom Wesselmann für 170.000 Euro schon jetzt ein neues Heim gefunden. SK
Galerie Thomas, Halle 11.2 Stand B 8/C9 und B 4/C 5
Tom Wesselmann, Gina’s Hand, 1981, Öl auf Leinwand, 170.000 EUR, Courtesy of Galerie Thomas, München, Foto: Stefan Kobel
























































































































































































































